Samstag, 16. Juni 2018

Boule-Verbot für Soldaten und Nicht-Adelige

Der Filmemacher Jean-Pierre Saire, „Tosca“ hat er produziert und damit die Oper kinofähig gemacht und in „Die Rückkehr des Christophe Colon" einem kleinen Weiler bei Vézénobres ein Denkmal gesetzt, ist mein Mann für alle Fälle in Fragen der französischen Kunst und Kultur, also Boule, Wein und Austern.
Filme von Jean-Pierre Saire: Aber nicht über Boule


Er hat mich auf Rabelais hingewiesen, der schon im 16. Jahrhundert in seinem Buch Gargantua und Pantagruel Spielarten des heutigen Boule beschreibt. In Frankreich war Boule lange Zeit offiziell verboten. Für Nichtadelige und Soldaten jedenfalls, weil es die einen vom Arbeiten und die anderen vom Exerzieren abhielt. Zu Beginn des Krieges von 1870 erließ das Pariser Hauptquartier für die Nationalgarde in Marseille einen Befehl, der das Boulespiel unter Arreststrafe stellte. Weitergegeben wurde der Befehl von einem weisen Kommandanten aber nur indirekt und erst nach Beendigung des Krieges:
„Boule ab sofort wieder erlaubt“.

Hier die Links zu noch mehr Boule: Was Fannys nackter Hintern damit zu tun hat und wieso schon mal 200.000 Zuschauer dabei sind, lesen Sie HIER. Und unter den beiden folgenden Links: Daß in Marseille Boule mit runden Kugeln gespielt wir, erstaunt vielleicht weniger, dagegen schon die "eckigen Kugeln", die in Vézénobres eingesetzt werden.


Samstag, 9. Juni 2018

Hemingway hungerte, Cézanne nicht

Mindestens Äpfel gab es in Cézannes Atelier immer... auch wenn er
manchmal so langsam malte, daß die verfaulten.
Ernest Hemingway liebte die Bilder von Paul Cézanne und machte sich machmal auch recht ungewöhnliche Gedanken dazu. So zum Beispiel mit der Frage: Hat Cézanne beim Malen gehungert? Wohl kaum, um die Frage gleich zu beantworten.

Hemingways Traum
Im Gegensatz zu Ernest Hemingway in seiner Pariser Zeit, der dann lange Spaziergänge durch die Stadt machte, bei denen die Auslagen der Bäcker und die Gerüche aus den Restaurants seinen Magen nur noch mehr knurren ließen. Um Geld zu sparen erklärte er seiner Frau, er werde mit seinem Verleger zum Essen gehen und spazierte dann durch den Jardin de Luxembourg, weil
„man auf dem ganzen Weg von der Place de l'Observatoire bis zur Rue Vaugirard nichts Essbares sah und roch“. 
Und wenn dann noch Zeit war, sah er sich die Gemälde Cézannes nebenan im Museum an.
„Wenn ich hungrig war, lernte ich Cézanne erst richtig verstehen und wahrhaft sehen, wie er seine Landschaften machte. Ich fragte mich oft, ob er beim Malen auch hungrig gewesen war, aber ich dachte, vielleicht war er es nur, weil er das Essen vergessen hatte."

Die Frau des Kunstsammlers Osthaus machte dieses,
es ist das letzte, Foto von Cézanne.
Rechts Eva-Maria Höllerer, die Kuratorin aus Karlsruhe.
Fast jeden Tag stand er vor den Bildern Cézannes, die ihm auch helfen sollten, ausdrucksstärker zu schreiben.

„Von der Malerei von Cezanne lernte ich, daß das Schreiben einfacher, wahrer Sätze bei weitem nicht genügte, um den Stories die Dimensionen zu geben, die ich ihnen zu geben suchte. Ich lernte sehr viel von ihm, aber ich war nicht sprachgewandt genug, um es jemandem zu erklären.“


Marignane, Berre, Istres, Saint-Chamas: Einmal um den Etang de Berre

Wahrscheinlich kennen Sie den Etang de Berre, hier im kurzen Video, vom darüber hinwegfliegen kurz vor der Landung in Marignane, dem Flughafen von Marseille, oder noch imposanter, wenn er nach dem Start nur ein paar Meter unter Ihnen liegt oder Sie blicken auf ihn hinab, wenn Sie auf der A7, der Autoroute du Soleil, von Avignon kommend über Salon-de-Provence in Richtung L’Estaque und Marseille fahren. Oder Sie erkennen ihn am Geruch der Raffinerieen, der auch ins geschlossene Auto kriecht.

Aber kennen? Das wäre selbst für fast jeden, der sagt, er kenne sich im Süden Frankreichs aus, zuviel gesagt. Er müßte dann vom Plage de Jai erzählen können, auf dem meterhoch die Muscheln liegen und was mit den Löwen auf dem Pont Flavien auf sich hat oder wie er vom Port de la Pointe in Berre gegen die Abendsonne in Richtung des Oppidum du Castellan geblickt hat… Also kennen doch eher nicht!
 
Port de la Pointe in Berre
Gleich am Ortsausgang von Istres, kurz bevor Sie auf die D 16 fahren, empfehle ich einen Stop an einer Aussichtsplattform, die von einer Gruppe Behinderter gebaut worden ist. Sie bietet ein Panorama über den gesamten See bis hin zu den Hügelketten des Luberon, zu denen von L’Estaque und Cézannes Berg. Nur an den Standpunkt und die Blickrichtung muß man sich etwas gewöhnen, weil der Norden nicht oben ist, sondern in südwestlicher Richtung liegt.

Der Norden im Südwesten

Antoine Patefozz hat in „Vent Sud“ geschrieben, den Étang de Berre könne man, wenn man nur weit genug davon entfernt sei, mit einem kleinen Teich vergleichen, um den herum sich eine Schafherde versammelt habe. Nur daß dieser Teich gut 150 Quadratkilometer groß ist daß es sich bei den Schäfchen um die Tanks der Petrochemie von Shell, Ineos, Exxon und Total handelt.

 
Die "Schafherde" des Monsieur Patefozz

Marignane, Berre und Istres sind, neben dem benachbarten Fos, nicht nur das Zentrum der französischen Petrochemie, sondern auch das der Luftfahrtindustrie. Der Flughafen von Istres-le-Tubé besitzt mehr als doppelte der Fläche der Stadt und mit über 5 Kilometern Länge die längste Landebahn in Europa. Die NASA hatte sie für Space-Shuttle Landungen reserviert. Eurocopter, Thales und der Motorenhersteller Snecma sind die führenden Unternehmen des hier angesiedelten Luft- und Raumfahrtclusters.





Einen Tag (HIER im VIDEO)sollten Sie für den Étang de Berre Zeit nehmen und damit eine Reise durch die römische Geschichte und die negativen Auswirkungen von Industrialisierung und Zersiedlung bis zu den Oasen eines Brackwassermoores machen. Die mit durchschnittlich 8 Metern geringe Tiefe des Sees, des größten übrigens in Frankreich, bringt es mit sich, dass Sie auch Anfang November noch gut dort baden können – bei Temperaturen, wie die Nordsee sie nicht einmal im Sommer erreicht. Ein Bad im Étang war nicht immer empfehlenswert, wie im VIDEO von Stevan Jobert zu sehen: Über Jahrzehnte, genau 37 Jahre war der Fischfang verboten, ebenso wie das Sammeln von Muscheln. Und unterhalb von fünf Metern gab es keine Leben mehr. Das hat sich erfreulicherweise gebessert, allerdings viel Wasser schlucken sollten Sie beim Schwimmen auch heute noch nicht.

Étang de Berre römisch: Pont Flavien in einem Lavendelfeld südlich von Saint-Chamas

Ein paar schöne Kilometer durch einen Pinienwald hinter Istres kommen Sie zum Hafen von Saint-Chamas. Es lohnt nicht aussteigen, denn gut einen Kilometer weiter, im Quartier Veiranne, geht es rechts rein in eine ungeteerte Einfahrt. Dort sieht es in etwa so aus wie vor einer Autowerkstatt, die Ihnen bei Bedarf auch einen Wagen mit einer frisch eingefrästen Motornummer verkauft. Ihren Wagen können Sie ohne Sorge dort abstellen, auch wenn dies neben einem der aufgebockten Autos mit teilweise fehlenden Rädern sein sollte. Genau da sind Sie richtig.


Ein „aufgehängter“ Brochette de Fruits de Mer und Gambas, die sich so nennen dürfen,
aus der Küche des La Digue in Saint-Chamas

 
Ganz vorne am Wasser liegt des Restaurant „La Digue“ und wenn Sie Glück haben oder entsprechend reserviert, bekommen Sie einen Tisch direkt am Wasser. Spätestens der zweite Pastis tröstet Sie an den ausgebuchten Sonntagen über die etwas langen Wartezeiten hinweg. Ansonsten genießen Sie die Sonne oder werfen den Blick hinüber nach Miramas-le-Vieux, ein sehenswertes Örtchen oben am Hang, in das Sie mit dem Auto nicht hineinfahren dürfen. Gute Voraussetzungen also für einen anschließenden Verdauungsspaziergang.

Am besten versuchen Sie immer möglichst nahe am Wasser zu fahren.
Ein verbummelter Tag mit vielen Eindrücken.

Vom Mas La Suzanne immer nach Westen, wie auf dem linken Bild (wobei Allrad eine Hilfe ist) oder hinter Saint-Chamas rechts auf die D 21b fahren und nach zweihundert Metern wieder rechts in die Sackgasse. Hier hat es ein paar schöne stille Plätze. Bleiben Sie also bis zum Mondaufgang hier und stoßen mit jemandem, der es Wert ist, mit Champagner (in Gläsern aber bitte!) auf den Vollmond an. Alles andere in dieser Nacht bleibt dann Ihnen überlassen.


Sind Sie alleine, empfehle ich den Krimi "Mörderischer Mistral" von Cay Rademacher. Sein Kommissar Roger Blanc wurde auch gerade von seiner Frau verlassen und er aus Paris in den Midi strafversetzt, nach Saint-Chamas, wo er eine Affaire mit der Untersuchungsrichterin hat, der Frau des Mannes, der ihn in die Verbannung geschickt hat. Sein erster Toter wird mit einer Kalaschnikow erschossen, die man in Marseille ja günstig bekommt. Tausend Euro für eine saubere, "500 für eine miese".

 

Rademacher kennt die Gegend wie seine Westentasche, er lebt mit seiner Familie in Salon-de-Provence, in jener Ölmühle aus dem 18. Jahrhundert übrigens, in die er auch seinen Kommissar - "mon capitaine", sagt die Untersuchungsrichtern - einziehen läßt. Seinen Blog finden Sie HIER. Irreführend sind allerdings die vom Dumont Verlag ausgesuchten Titelbilder aus der Hochprovence. Soviel Lavendel gibt es weder in Saint-Chamas noch in Saint-Gilles. Aber das hat zum Glück nichts mit der Qualität der Bücher zu tun.





 

Samstag, 2. Juni 2018

Les Baux: Rummelplatz ohne Parkplatz

Wer's mag soll hinfahren. Ein sommerlicher Rummelplatz mit Parkplatznot und Geschiebe durch die engen Gassen. Nach Les Baux fährt man im Winter, wenn Sie also nicht gleich angerempelt werden, wenn Sie für ein paar Sekunden die Fassaden der Renaissance-Palais, etwa die des Hotel de Manville oder die des Hotel de Porcelets, betrachten wollen.

Vorgemacht hat uns das Kurt Tucholsky, der Anfang Dezember 1924 hier war und seinen Beitrag „Tote Stadt und lebende Steine“ als Paul Panter für die Vossischen Zeitung schrieb. Von Paradou aus, nordöstlich von Arles gelegen, war er eine Stunde in die Alpilles - „die Älpchen“- gewandert, kam

„durch ein stilles, weltverlorenes Tal mit wenigen Häusern. Der Blick geht aufwärts und trifft auf ein Wunder. Hier liegt, im Stein, eine tote Stadt. Das ist Les Baux.“
Viertausend Menschen lebten hier bis ins 17. Jahrhundert um die als uneinnehmbar geltende Festung, bis Richelieu sie belagern und
Les Baux-de-Provence von Westen gesehen.                             Bild Wiki cc
schleifen ließ. Heute hat Les Baux-de-Provence gerade mal vierhundert Einwohner, dafür oft aber mehr als viertausend Tagesbesucher. Auch Tucholsky fiel auf:
„Es leben Menschen da. ‚Wir sind sechzig’, sagt ein Mann, ‚sechzig - aber wir nehmen Jahr für Jahr ab.’ Nein hier ist nichts los.“
Nur ein alter Schäfer trieb seine Herde durch das fast verlassene und weitgehend zerfallene Dörfchen.
Kurt Tucholsky begegnete noch den Schafen auf
der Hauptstraße von Les Baux
Fünfzig Jahre später charakterisierte Hermann Schreiber die Felsenfeste als ein „Monster-Capri, das nur dafür da zu sein scheint, möglichst viele Touristen an möglichst viele Läden, Boutiquen, Ateliers und Stände heranzubringen“. Und weiter in Rage:
„Auf den Stufen der ehrwürdigen Eglise Saint Vicent drängt sich der gutsituierte Pöbel so, wie man in Grau-du-Roi und La Grande Motte aus dem Meer stieg, nämlich in Badeanzügen. Ein paar verschwitzte Germanen in Shorts machen das Bild nicht besser."
 
Ob den Herren von Baou oder de Balcio, wie sie ursprünglich hießen, die Lage des Ortes zu Kopfe gestiegen war, mit einer Mischung aus Anmaßung und Sinn für Storytelling führten sie ihren Stamm auf Balthasar zurück, einen der Heiligen Drei Könige. Auf dem Grabmal Raymonds des Baux findet sich die Inschrift: „Der ruhmreichen Familie Les Baux, von der berichtet wird, sie habe ihren Anfang bei den alten Königen Armeniens genommen, welchen sich, von einem Stern geleitet, der Erlöser der Welt offenbaret hat.“ So fand auch der Stern von Bethlehem ins Wappen.
 

Balthasar und der
Stern von Bethlehem
Ebenso pathetisch wie historisch falsch richtete Mistral seine Verse an ein „Geschlecht von Adlern - niemals untertan“ (Raco d‘eigloun, jamai vassalo). Denn immer wieder ist Les Baux zerstört worden oder der Adler abgestürzt, um im Bild des Dichters zu bleiben. Von Ludwig XIII., weil sich die Herren von Baux dem Aufstand seines Bruders Gaston d‘Orleans gegen Richelieu angeschlossen hatten. Oder auch rund einhundert Jahre zuvor, als man wieder einmal auf der falschen Seite stand, diesmal auf der der Reformation.

Samstag, 26. Mai 2018

Resistance-Literatur: "Das Schweigen des Meeres"

Melvilles Film ist sehenswert. Hier der Trailer.                                                             Bild Pinterest
So gut wie nicht jeder Deutsche ein Kriegsverbrecher, so wenig war jeder Franzose in der Resistance. Auch in Frankreich gab es Faschisten, von denen sich mehrere tausend sogar der SS anschlossen und in der Division Charlemagne an der Ostfront und in den letzten Kriegstagen in Berlin am Anhalter Bahnhof und vor dem Reichssicherheitshauptamt kämpften. Zu der Einheit gehörten auch Deutsche Soldaten, so der spätere Konstanzer Literaturwissenschaftler Hans Robert Jauß, mit seinem Spezialgebiet der mittelalterlichen und modernen Literatur Frankreichs. Er berichtet auch von Kriegsverbrechen dieser Division.

Die französische Widerstandsbewegung darf man sich, gerade zu Beginn, nicht als straff organisierte Bewegung vorstellen. Und auch gegen Kriegsende gab es immer noch viele Untergruppierungen und völlig selbstständig agierende Einheiten. Da gab es die Untergrundzeitungen Liberation, Franc-Tireur und Combat, da waren Gruppen wie die Front National von Pierre Villo, das Comité d’Action Socialiste von Pierre Brossolette, die Armée Secrète unter Charles Delestraint und viele andere, von denen die Résistance der Fer der französischen Eisenbahner eine besonders wichtige Funktion erfüllten. Und dann gab es natürlich noch die Exil-Patrioten im Umfeld des noch 1940 weitgehend unbekannten Charles de Gaulle; sein erster Aufruf zum Widerstand, den die BBC verbreitete, blieb weitgehend wirkungslos. Erst drei Jahre später konnte Jean Moulin – Deckname „Max“ oder „Le Maquis“ die unterschiedlichen Bewegungen, die sich in Einzelfällen sogar bei der Gestapo denunziert hatten, koordinieren.
Neben den zahlreichen Sabotageakten war die Literatur der Resistance ein wesentlicher Faktor, der das Zusammengehörigkeitsgefühl der Franzosen bestärkte. Eine der einflußreichsten Veröffentlichungen war die Novelle „Le Silence de la Mer“, die der ehemalige Karikaturist Jean Marcel Bruller unter dem Namen Vercors in der von ihm mitbegründeten „Editions de Minuit“ veröffentlichte; gedruckt wurde das Fünfzig-Seiten-Büchlein allerdings in Genf. Den Namen Vercors hatte sich Bruller nach einem wichtigen Rückzugsgebiet der Resistance in der Nähe von Grenoble gewählt. Dort war es zu brutalen Kriegsverbrechen der deutschen Wehrmacht gekommen. Die Tageszeitung „Le Monde“ zählt das Buch zu den wichtigsten einhundert Büchern des 20. Jahrhundert.

Der Offizier Werner von Ebrennac wird bei einem Schreiner und dessen Nichte einquartiert, die mit dem anständigen und an französischer Kultur interessierten Deutschen als Zeichen ihres Widerstandes kein Wort sprechen. Ebrennac kann sich sogar eine deutsch-französische Freundschaft vorstellen. Damit steht er jedoch auch bei seinen Kameraden ziemlich allein. Erst als er sich zum Kampfeinsatz an die Ostfront meldet und das Haus verläßt, spricht die Nichte ihr einziges Wort:


„Adieu!“
Heute ist die Wirkung des Buches schwer nach zu vollziehen. Oft wurde es wegen seines Ansatzes der Völkerverständigung André Gide zugeschrieben. Der russische Schriftsteller und Journalist Ilja Ehrenburg charakterisierte es als ein
„Werk zur Provokation, das bestimmt von einem Nazi geschrieben wurde, um der Manipulation der öffentlichen Meinung unter Führung der Gestapo dienlich zu sein“.
Der Untergrundverlag „Editions de Minuit“ veröffentlichte daneben sehr früh schon Werke der späteren Nobelpreisträger Samuel Beckett und Claude Simon. Die frühe Verfilmung von Melville ist sehenswerter als die späteren Versuche.

 

Samstag, 19. Mai 2018

Saint Césaire de Gauzignan: Domaine CévenCep und andere

Die Silhouette von Saint Césaire de Gauzignan hat sich kaum geändert in den vergangenen einhundert Jahren, auch nicht, daß die Einwohner in erster Linie vom Wein und dem Anbau von Oliven leben.

Die Ölmühle von Roger Paradis produziert regelmäßig auf den großen
Esther und Bruno Schwyter

Messen ausgezeichnete Öle, so das Picholine oder das fruitée à l’ancienne. Während noch vor einigen Jahren fast ausschließlich sich die Kooperativen um den Ausbau und die Vermarktung der Weine
Ölmühle Paradis
kümmerten, entstehen nun immer mehr selbstständige Weingüter. So das von Michael Bourassol (HIER mehr) , das des Bio-Winzers Bruno Schwyter vom Mas Nouguier www.besvins.ch , die Domaine des Vignes Rouges von Raphael et Séverine Dubois und das von Didier und Elisabeth Bonnal, die ihre Weine im Salle Polyvalente einem großen Publikum vorstellten.

Zwei Weißweine, ein Chardonnay und ein Roussane-Sauvignon, beide sehr fruchtig, wurden verkostet, ein Rosé Cinsault aus mittlerweile 40 Jahre alten Reben und die Roten aus den


Traubensorten Grenache, Cabernet und Carignan. Wer nicht dabei war, kann das leicht nachholen, in dem er Didier (06.09.47.68.83) oder Elisabeth (06.19.02.33.91) anruft. Nachholbedarf besteht sicher noch im Marketing; Prospekte und Internetauftritt werden wohl auch kommen, aber im Keller oder dem Weinberg gibt es eben immer Dinge,die gerade erledigt werden müssen.



Wenn Sie alle Weine ausgiebig probiert haben, empfiehlt sich ein Anruf bei Annemarie und Laurent Cogoluègnes (06.15.41.89.04), die in ihrer Gite Isalyne dann hoffentlich noch ein Zimmer für Sie haben.

Als Bischof Césaire das Dorf im 10. Jahrhundert gründete, geschah dies vor allem auch mit Blick auf die leicht hügelige Lage, die gute Weine versprach. Unruhige Zeiten erlebte Saint Césaire während des Kamisardenaufstandes, als zwei Kundschafter der Aufständischen beim Mas Nouguier getötet wurden und die königlichen Truppen die



Kamisarden bei einem Gottesdienst im Clau d’Issoire überfallen konnten. Im Nachbarort Martignargues kam es zu einer großen Schlacht, die die Königlichen verloren. Hier mehr dazu.  

Mit Bürgermeister Frédéric Gras ist vor einigen Jahren eine neue Dynamik in den Ort eingezogen, Neubaugebiete wurden ausgewiesen und die Einwohnerzahl, wie oft in den naturnahen Dörfern des Südens, ist ordentlich gestiegen (von 280 auf 380 in zehn Jahren).

Samstag, 12. Mai 2018

"Leaving Berlin": Brecht bleibt und Meier geht

Im Nachkriegsberlin: Bert Brecht auf einer Friedenstagung des Kulturbundes Bild Wiki cc
Seit dem Spätsommer 1944 arbeiteten einige der in die Sowjetunion geflohenen deutschen Schriftsteller, darunter Johannes R. Becher und Willi Bredel, bereits an der Organisation der kulturellen Umerziehung der Deutschen. Mitte 1945 wurde der „Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands“ in Berlin gegründet. Er sollte ausdrücklich keine Parteinähe haben, sondern unabhängig und überparteilich sein – was er tatsächlich aber nie war.
 
277.728 Rosinenbomber: Sehnsüchtig erwartet
Gerade in der Anfangsphase suchte man die großen Namen. Heinrich Mann, den man liebend gerne in die Sowjetisch Besetzte Zone gelotst hätte, blieb lieber in Kalifornien. Erst seine Tochter Leonie, bemühte sich im Jahr des Mauerbaus um die Überführung der Urne über Prag, wo sie wohnte, nach Ost-Berlin. Immerhin Anna Seghers, Bert Brecht, Helene Weigel und Arnold Zweig wurden für den Kulturbund gewonnen und traten immer wieder bei Veranstaltungen auf.

In diesem Umfeld taucht im Roman „Leaving Berlin“, von Joseph Canon in den Jahren 2012 und 2013 geschrieben, ein weiterer Autor auf, die Romanfigur des Halbjuden und Kommunisten Alex Meier, der schnell zu Brecht, von dessen sarkastischer Art angezogen wird und zu Anna Seghers einen guten Draht gewinnt. Gerade mal 1700 Kalorien stehen den Berlinern zur Verfügung, aber die Hofierten des Kulturbundes profitieren von Buffets ohne Lebensmittelkarte, von Wohnungen, von Telefon und für Brecht und Meier steht immer ein Auto zur Verfügung. Und rings herum Schwarzmarkt, Luftbrücke und Spionage.

Alex Meier in einer Phantomzeichnung und das gegenüber der
deutschen Ausgabe aussagekräftigere amerikanische Cover
Meier wird von den Kommunisten und ihrem K5, aus dem später das Ministerium für Staatssicherheit wird, und der CIA zur Spionage mehr erpreßt denn angeworben und hält sich gut in dieser Welt, in der jeder jeden aushorcht und jedes Wort auf die Goldwaage gelegt werden muß. So soll Meier seine Jugendliebe Irene als Informantin nutzen, mittlerweile die Geliebte eines Sowjet-Majors. Niemand kann keinem Vertrauen, Verrat ist an der Tagesordnung. Ein lesenswerter Thriller, dessen Lektüre aufgrund des Auftretens unserer „alten Bekannten“ Brecht, Seghers, Becher und Zweig - auch Feuchtwanger und Thomas Mann sind am Rande beteiligt – einfach Spaß macht, aber niemanden die Lösung erahnen läßt.

Joseph Kanon, der Harvard-Student und spätere Verlagsleiter von Houghton Mifflin hat eine ganze Reihe seiner Romane im Nachkriegsberlin angesiedelt.

Samstag, 5. Mai 2018

Collioure: Patrick O'Brian schweigt


Richard Patrick Russ wurde
als Patrick O'Brian erfolgreicher Schriftsteller. Bild Calixus
Schon lange ist Collioure als einer der schönsten Orte an der Côte Vermeille geschätzt. Der Engländer Richard Patrick Russ, der seine Bücher als Patrick O‘Brian schrieb, hat den Ort bereits ein paar Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg für sich entdeckt. Von 1949 an hatte er mit seiner Frau Mary Tolstoy und zunächst auch mit Stiefsohn Nicolai Nikolai Tolstoy-Miloslavsky fast fünfzig Jahre in einem kleinen Haus am Ortsrand in Richtung Elme gewohnt. Wenn überhaupt, dann schrieb er abfällig über den Ort, so, als wollte er alles dafür tun, ihn vor dem Zuzug weiterer Engländer zu schützen. Nicolai hat eine lesenswerte Biographie über O‘Brian geschrieben, der immer größten Wert auf seine Privatsphäre legte und kaum einmal Besucher empfing; außer vielleicht seiner Frau hätte niemand diese Biographie schreiben können.

Nachdem O‘Brian aus gesundheitlichen Gründen nicht zur Royal Air Force zugelassen wurde, bekam er während des Krieges verschiedenen
Das Grab gleich am Eingang
des Friedhofs von Collioure. Bild ot
Aufgaben beim britischen Geheimdienst und anschließend eine geringe Rente. Sein finanzieller Durchbruch als Autor kam mit der zwanzigbändigen Aubrey-Maturin-Serie, den in napoleonischer Zeit spielenden Geschichten über den Schiffsarzt Stephen Maturin und den Kapitän Jack Aubrey; sie sind inzwischen mit Russell Crowe verfilmt worden. Bis er allerdings von seinen Romanen leben konnte, mußte er sich mit Übersetzungen über Wasser halten, etwa der des „Papillon“ von Henri Charrière . Und auch eine später vielgelesene Picasso-Biographie half ihm zunächst nicht aus den wirtschaftlichen Schwierigkeiten. O’Brian und Picasso hatte sich oft in der „Bar des Sports“ getroffen, wie die „Bar des Templiers“ früher hieß.

 

Samstag, 28. April 2018

Die „schnellen“ Austern vom Etang de Thau und das Restaurant "L' Oasis du Pêcheur"

Bertrand David, in vierter Generation Austernzüchter in Bouzigues, freut sich über seine „schnellen“ Austern. Sie kommen mehr als doppelt so schnell auf den Markt wie diejenigen aus der Bretagne und der Normandie. Der Grund: Ganz einfach die idealen Aufzuchtbedingungen im Etang de Thau, einem 8.000 Hektar großen Salzwasserbecken südlich von Séte, das nur durch einen schmalen Dünenstreifen vom Mittelmeer getrennt ist. Hier das VIDEO.


Vor dem Herbstgewitter am Etang de Thau. Im Hintergrund Sète.
„Im Etang ist die Temperatur immer ein paar Grad höher als im Meer und es ist nochmal deutlich wärmer als im Atlantik. Und weil unsere Austern dadurch mehr Nahrung haben und es außerdem hier fast keine Ebbe und Flut gibt, fressen sie immer und wachsen schneller.“
Immerhin braucht es selbst hier zwei Jahre, bis die Austern geerntet werden können.
„Bis dahin haben wir jede einzelne Muschel mindestens sechsmal in die Hand genommen, vom Aussetzen der ausschließlich japanischen Larven, die später mit Zement an die Schnüre geklebt werden werden, bis hin zum Säubern kurz vor dem Verkauf.“
Der See hat eine mittlere Tiefe von rund 5 Metern und wird, zum Wohl der Muschelzüchter und professionellen Fischer, von einer warmen Quelle - Gouffre de la Vise - aus einhundert Metern Tiefe gespeist. Rund dreitausend Familien finden so ihr Auskommen und wer, wie Bertrand sein Geschäft versteht, auch deutlich mehr als das. „Le Marin“ heisst sein Schiff, mit dem er mehrfach täglich Rundfahrten zu den Austernbänken macht, dort anlegt und das ganze System des Etang de Thau anschaulich und überzeugend erklärt. Im Juli und August ist das Boot, trotz viermaliger Tour immer so übrfüllt, daß es nur wenig Spaß macht, also am besten im Frühjahr oder Herbst und sich dann aber vorher über die Abfahrtszeiten informieren: 0033 603 31 44 90.

Kurz vor Schluß der einstündigen Tour gibt es den Hinweis auf das dem "Imperium" zugehörige Restaurant „Le Marin“, ein paar Schritte von der Anlegestelle. Wer dort durchschnittlich ordentlich, aber, mit Ausnahme der Meeresfrüchte, nicht sehr gut gegessen hat, wird auf die dazugehörende „Vitrine du Marin“ verwiesen, wo man sich die frischen Muscheln und Austern auch preisgünstig mit nach Hause nehmen kann.
Schiffshalt direkt an der Austern- und Muschelzucht
Die Rundfahrt mit Stop an einem der Austernparks ist ein absolutes Muß in Bouzigues. Danach aber nicht ins "Marin", sondern einen Spaziergang entlang der Standpromenade und den Chemin de la Catonnière machen, bis man, nach höchstens fünfzehn Minuten vor einer etwas verwahrlosten Hofeinfahrt steht. Lassen Sie sich von den überquellenden Mülltonnen, von defekten Paletten und dem Toilettenkabuff rechts an der Einfahrt nicht abschrecken. Das ist das vielgerühmte Authentische, das schon Pagnols Ugolin und sein Papet nie verstanden haben.

Dort nämlich, so das Schild, sei die „L’Oasis du Pêcheur“ und genau die ist es dann auch. Sie merken das daran, daß Sie keinen Platz auf der kleinen Terrasse direkt über dem Wasser bekommen. Deshalb am besten vorher anrufen und reservieren: 0033 467 78 31 75. Und dann werden Sie ganz familiär nach Ihrem Vornamen gefragt. Montags ist zu, aber an allen anderen Tagen ist der Besuch dort ein Erlebnis. Eine ganz bodenständige Fischerküche ohne jedes Schnick und Schnack, Muscheln, die frisch aus dem Etang kommen, kein Fleisch und auch keinen Käse hinterher, Familienbetrieb eines Austern- und Muschelzüchters.

Restaurant Oasis: Frischer Genuß auch in den Monaten ohne "R"
Einfach unübertrefflich das Plateau de Fruits de Mer, die Tintenfische, die Messermuscheln oder Palourdes, die mit ihrem Hauch, es ist schon eher Windstärke 4, von Petersilie und Knoblauch auch die Nachbartische entzücken und dabei alles absolut preisangemessen. Nur als Beispiel: Ein Glas Picpoul de Pinet samt einem Probierteller mit sechs Austern, Muscheln und Crevetten und der hausgemachten Aioli gibt es für wenige Euro. Kostenlos dazu gibt es ein freundlicher Gespräch mit den Bedienungen - ich weiss bis heute nicht genau, wer zur Familie gehört und wer nicht - und abends den Sonnenuntergang über dem Etang.
Vorne wird der Blick genossen, hinten in der Miniküche wird gewirbelt


Und manch einer, und ich gestehe, dazu gehöre ich auch, hat das dort ein spätes Mittagessen ausklingen lassen und mit dem Blick auf Séte, die Wolken-, Wasser und Sonnenspiele und mehr oder weniger philosophischen Erörterungen einen frühen Abendimbiß abgewartet. Voraussetzung ist natürlich immer eine gute Fee, die die nächtliche Heimfahrt übernimmt. Es könnte natürlich auch, gendergestreamt, ein guter Geist sein; aber das ist bisher niemals vorgekommen.

Austern mit Aussicht: Und zwar genau dieser obigen

Samstag, 21. April 2018

Lunel: Das alte Restaurant und der neue heilige Krieg

Im 17. und 18. Jahrhundert geriet Lunel in die Reisebeschreibungen und Briefwechsel wegen eines renommierten Restaurants, heute gerät es in die Schlagzeilen, weil überpropotional viele Jugendliche aus diesem Städtchen in den sogenannten heiligen Krieg ziehen.


Das "Pont de Lunel": Früher einem Umweg wert.     Bild: Hotel
Im Herbst 1737 kam Jean-Jacques Rousseau nach Lunel und hoffte auf einige kulinarisch anregende Tage in einem der berühmtesten Gasthäuser der damaligen Zeit, dem „Pont de Lunel“.
„Dies Wirtshaus, das geschätzteste in Europa, verdiente damals seinen Ruf. Die Besitzer hatten seine glückliche Lage auszunutzen gewußt, und es war mit reichlichen und gewählten Vorräten versehen. Aber das Pont de Lunel behielt nicht lange diese Qualität, und dadurch, daß es seinen Ruf mißbrauchte, verlor es ihn gänzlich.“

Heute ist es ein eher gängiges Restaurant, das die Bewohner der Umgegend für ihre Familienfeiern nutzen und in dem auch schon mal eine "Miss Lunel" gewählt wird. Man sitzt schön über dem Fluß auf der Terrasse, muß aber über den selbst während der Mittagszeit kaum abreißenden Autolärm der Route Nationale hinweg hören. Ideal also, wenn man sich mit seiner Frau einmal nicht unterhalten will.

Lunel: Früher wie heute kein Blick hinter die Fassaden
Wenn man weiterfährt in die Innenstadt, kommt man an der Moschee vorbei, kaum erkennbar, weil die Stadtverwaltung das Minarett nicht genehmigte. Was bringt den jungen Franzosen Houssem dazu mit seiner schwangeren Freundin Maeva in den sogenannten Heiligen Krieg zu ziehen? Und warum schmeißt der Informatik-Student Laurent sein Studium hin, um ihm zu folgen? Laurent ist bei einem Bombenangriff auf das IS-Computerzentrum im syrischen Deir-Ez-Zor umgekommen. Alle drei stammten aus Lunel.

In der armen Kleinstadt nahe Montpellier spielen arabische Namen eine große Rolle; meist allerdings nur am Sonntag, wenn man sich zur Course Camarguaise in der Arena trifft. HIER gibt es einen kurzen FILM dazu.



Dann stehen Sabri Allouani, Adil Bénafitou, Katif und Lahcène Outarka im Mittelpunkt. Das hat sich seit November 2013 geändert. Bis Juni 2015 haben sich zweiundzwanzig Jugendliche in den Krieg nach Syrien begeben; käme nur einer aus Lunel wäre das im Verhältnis zur Bevölkerung schon über dem Durchschnitt. Acht von ihnen sind jetzt tot.

Sie kämpfen in der mit al-Quaida verbundenen Front Al Nusra oder direkt für den Islamischen Staat. Axel Veiel, Frankreich-Korrespondent zahlreicher deutscher Tageszeitungen, hat sich in Lunel auf die Suche gemacht. Hier lesen Sie den ganzen Artikel.

Lunel, und davon würde ich viel lieber erzählen, war im 12. und 13. Jahrhundert eine Hochburg jüdisch-arabischer Gelehrsamkeit. Viele Übersetzungen arabischer Werke ins hebräische sind hier entstanden.

Und heute? Lunel ist konservativ und von der Front National geprägt, obwohl rund ein Drittel der Einwohner Muslime sind. Die Arbeitslosenquote liegt über zwanzig Prozent, die der Jugendlichen noch weit darüber. Sechzig Prozent der Einwohner müssen aufgrund ihrer geringen Einkommen keine Steuern bezahlen. Offensichtlich ein guter Nährboden für die Werber des Dschihad.


Mit dem Sozialarbeiter Tahar Akermi, dem Leiter des „Hauses der Jugend und der Kultur“ hat Veiel gesprochen oder dem Rechtsanwalt Jean-Robert Phung. Letzterer hat im Auftrag der Eltern eine Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet: Wegen der Anstiftung der Teilnahme an einem terroristischen Unterfangen. Der Anwalt weiß, daß dies nichts bringen wird. Die Eltern hoffen, daß doch.

Das Jugendzentrum wurde mittlerweile geschlossen. Der Bürgermeister

Graffiti am Jugendzentrum
spricht nicht mit Journalisten. Sein Stellvertreter: „Die Dschihadisten kommen praktisch aus ganz Lunel und aus allen sozialen Schichten“. Die Front National beantragt die Schließung der Moschee. Ein IS-Aussteiger berichtet an der Schule, an der fast alle Jugendlichen unterrichtet wurden, von Folterungen und Enthauptungen. Begangen von Muslimen an Muslimen. Und trotzdem werden weitere Jugendliche werden in den Heiligen Krieg ziehen.

Die Kinder unserer marokkanischen Nachbarn haben wir aufwachsen sehen. Die beiden Söhne sind im vergangenen Jahr nach Lunel gezogen.