Samstag, 9. November 2019

Aix-en-Provence: Verführung und Verbrechen in alten Stadtpalästen

Immer beeindruckend - von Westen wie von Osten: Montagne Sainte Victoire.              Bilder Dominik Fehringer
Wer Aix besuchen will, hat es sehr einfach: Er fährt einfach auf Cézannes Bergkette, die Montagne de Sainte Victoire, zu und parkt sein Auto in der Nähe des Cours Mirabeau. Südlich dieser Allee
kommen Sie an einer ganzen Reihe alter Stadtpaläste und Brunnen vorbei. Gleich neben dem Museum etwa am Hôtel de Villeneuve d‘Ansouis und dem Hôtel de Boisgelin, nach ein paar Schritten an der Fontaine des Quatre Dauphins des Bildhauers Jean-Claude Rambot. Tagelang könnte könnte man den Erinnerungen dieser Stadtpaläste zuhören und sich mit den Schicksalen ihrer Bewohner beschäftigen.
Cours Mirabeau      Bild Georges Seguin cc
Im Hôtel des Princes am Cours Mirabeau beispielsweise
„wohnten nacheinander der Sultan von Maissour, Tippou Sahib geheißen, darauf Bonaparte nach seiner Rückkehr von Ägypten; im Abstand von zwanzig Jahren folgte Papst Pius VII. und endlich 1840 die Ex-Königin Christina von Spanien, nach welcher der Infant Don Charlos kommen sollte“.
Weiter unten, im Hôtel der Familie Cariollis wurde Madelaine, die Tochter des Gerichtspräsidenten geboren, die in jungen Jahren zur Witwe geworden war und die den Schriftsteller François de Malherbe heiratet. Dem Herzog Henri von Angoulême, der Gouverneur der Provence geworden war, folgte der Jurist Malherbe nach Aix. Erst spät, nach Angoulêmes Tod, wurde Malherbe geadelt und fand einen Mäzen in Heinrich IV. und dessen zweiter Frau, Maria de Medici.

Im Hôtel de Perrin wohnte der Verleger der Briefe der Madame de Sévigné und gleich nebenan der Fastenprediger Honoré Gaillard, von dem beeindruckt, die Marquise immer wieder in ihren Briefen berichtet.

In der parallel zum Cours Mirabeau laufenden Rue de Mazarine lebte Emilie de Covet-Marignane, eine reiche Erbin, auf die der Graf Mirabeau aus genau diesem Grund eine Auge geworfen hatte. Daß Emilie verlobt war, hinderte ihn nicht, sich um die Dame zu bemühen. Schon damals war allerdings sein Ruf so ruiniert, daß er nicht einmal zum Vater vorgelassen wurde.


Er fing dann eine Affaire mit einem der Dienstmädchen des Hauses an, kam so an die Schlüssel und stand eines schönen Morgens in Socken und Nachthemd auf dem Balkon des Schlafzimmers der jungen Dame – mal heißt es auch, er habe seinen Auftritt in Unterhosen und mit offenem Hemdkragen zelebriert. Das ist nun letztlich wirklich nicht
Stadtpaläste in Aix                                   Bilder Office de Tourisme
entscheidend; so oder so kam es zu einem Menschenauflauf, erst recht, als Mirabeau in allen Einzelheiten davon zu erzählen begann, wie ihn die vergangene Nacht mit Emilie beglückt habe. Daß die nicht einmal im Haus gewesen war, tat nichts zur Sache. Die Verlobung wurde gelöst und, eine Frage der Ehre, der Graf zum neuen Hochzeiter. Der Schwiegervater aber hielt die Finanzen beisammen, es gab kein Geld für das Paar und als die Schulden hoch genug waren, ließ Covet den Grafen ins Château d’If, die Gefängnisinsel vor Marseille, werfen.

Später dann in Aix in einem aufsehenerregenden Prozeß, der den zahlreichen Zuschauern aller Stände die ganze rhetorische Kraft Mirabeaus vorführte, die Scheidung. Alfred Schirokauer hat das in einem biographischen Roman nachempfunden.



Les deux Garcons                                                                      Bild Wiki cc
Beschließen können Sie den Rundgang in der Mejanes-Bibliothek oder im Spiegelkabinett des Café Les Deux Garcons, das ganz einfach davon lebt, daß jeder Besucher nicht nur glaubt, einmal dort gewesen sein zu müssen, sondern tatsächlich hingeht. Die steif gestärkten, blütenweißen Schürzen und Hemden der Ober bezahlen Sie natürlich ebenso mit wie deren schwarze Westen und korrekt gebundene Fliegen. 

Freitag, 1. November 2019

Pont flavien bei Saint-Chamas


Das Wappen der kleinen Gemeinde von Saint-Chamas erklärt sich leicht. Es zeigt die alte Römerbrücke.


Vor rund 2000 Jahren hat Donnius Flavus, der als Priester zu den Hütern des Heiligen Feuers gehörte – es gibt in der Literatur allerdings noch andere Auslegungen zu seinem Namen und dem Amt -, jedenfalls hat er in seinem Testament verfügt, diese Brücke und die beiden Pfeiler von den Baumeistern Donnius Vena und Attius Rufus errichten zu lassen.

Pont flavien aus dem 1. Jahrhundert nach Christus
Noch bis nach dem Zweiten Weltkrieg folgte die spätere Departementsstrasse D10 der Trassenführung der römischen Via Julia Augusta. Luftaufnahmen zeigen dies auch heute noch.

1945 wurde einer der beiden Pfeiler von amerikanischen Fahrzeugen bei der Überquerung des Flüßchens Touloubre zerstört; es dauerte vier Jahre, bis er wieder aufgebaut wurde. Dabei fanden auch die Brückenlöwen, die kurz vor der französischen Revolution von Jean Chastel restauriert worden war, wieder ihren angestammten Platz; seit 1840 ist die Brücke in der Liste der historischen Monumente von Merimée erfaßt.
 
Die ganze Tour um den Etang de Berre können Sie HIER im VIDEO von Ocaneides ansehen
 
Überall im römischen Gallien (gallia narbonensis), von der spanischen bis zur italienischen Grenze stoßen Sie auf Brücken, unbekannte kleine, die kurz vor dem Verfall stehen, wie dieses Brückchen bei Uzes (links) bis hin zum Weltkulturerbe Pont du Gard, der ursprünglich gar keine Brücke war, sondern nur die Wasserleitung von der Quelle der Eure nach Nîmes führte; dort gelangte sie in den Verteiler des Castellum aquae (rechts). An den Pont du Gard wurde erst im Mittelalter eine Brücke drangebaut.
 
Suchen Sie einfach im Blog nach weiteren Beiträgen über den Pont du Gard
Helga Botermann hat die Geschichte des römischen Galliens in ihrem Buch "Wie aus Galliern Römern wurden" sehr anschaulich beschrieben. HIER ein Blick auf die Karte.
 

 
 


 
 
 
 
 

 

 

Samstag, 26. Oktober 2019

Languedoc für Feinschmecker und Ausprobierer

Genießen gehört zum Languedoc einfach dazu. Zu Beispiel bei einem Sternekoch, der seine Gäste zu sich nach Hause einlädt, bei einem neuen Markthallen-Konzept in Montpellier und bei einer Kräuterfee aus Orgibet – weit, sehr weit weg von allem.
Les Halles du Lez
 
Sie sehen aus, als gäbe es sie schon einhundert Jahre, aber sie wurden erst im Sommer 2019 eröffnet: Les Halles du Lez in Montpellier. Markthalle einmal anders, denn sie vereint lokale Produzenten, Läden und Restaurants unter einem Dach. Les Halles du Lez sind täglich von vormittags bis Mitternacht geöffnet. Bières artisanales, regionale Weine und raffinierte Probiererle, viele auf Bio-Basis, erlauben einen gastro-kreativen Tag oder Abend.
Die Blüten- und Pflanzenvielfalt  im Departement Ariège-Pyrénées, veranlassten Karine sich intensiv mit wilden Pflanzen zu beschäftigen. Das Ergebnis ist eine leckere Alchemie aus Blättern, Kräutern und Blüten, die Gaumen und Augen erfreuen. Ihr Restaurant „Noste Courtiu" in Orgibet ist gleichzeitig auch Epicerie, Café und das Kulturzentrum des Dorfes. Danke an Caroline Ducasse und Ralph Schetter für den Tip.

Chefkoch Yannick Delpech lädt sich immer bis zu 12 Personen nach Hause ein.. Die Mahlzeiten bereitet er vor den Augen seiner Gäste zu. Bei einem Diner gehören zum Sechs-Gänge-Menü auch der Apéro und von Yannick ausgewählte Weine. Zu diesen Mahlzeiten werden die Gäste in das Anwesen des Chefkochs bei Gaillac im Departement Tarn eingeladen, die Adresse erfahren sie jedoch erst 48 Stunden im voraus. "Cuisine sans Dépendances" gibt im Web weitere Informationen. Das Abendessen mit Getränken kostet 100 €.










Samstag, 19. Oktober 2019

Mit Süskind und Parfum nach Grasse

Ursprünglich eine Stadt der Gerber, wurde die Basis für die Parfumherstellung im 16. Jahrhundert gelegt, als parfümiertes Leder zur Mode wurde. Patrick Süskinds „Parfum“ kulminiert hier in Grasse, der „unumstrittenen Produktions- und Handelsmetropole für Duftstoffe, Parfumeriewaren, Seifen und Öle“.

Grenouille in Baldinis Werkstatt                 Bild aufgenommen im Filmmuseum Lyon von ΛΦΠ
 
Im Musée International de la Pafumerie genauer gesagt gewinnt man einen guten Überblick und liest mit dem neuen Wissen Süskinds Roman mit ganz neuer Nase. Die Enfleurage, die Gewinnung des Öls aus besonders zarten Blüten, oder die Destillierung nichtpflanzlicher Stoffe werden im Museum anschaulich präsentiert; Menschenhaut ist allerdings nicht dabei.
Alle haben hier irgendwie mit Parfum zu tun. Ein paar Schritte entfernt befindet sich das Haus des Parfumfabrikanten Maubert, einem Cousin des Hofmalers Jean-Honoré Fragonard, der das nur geworden war, weil er aus der Familie eines damals nicht besonders erfolgreichen Parfumherstellers stammte.
 
Der geniale Portraitmaler hatte zudem das Pech, daß ihn die Französische Revolution viele seiner adeligen Auftraggeber beraubte. Im heute nach ihm benannten Musée Fragonard hängen zwar noch einige seiner Originale, doch die berühmtesten Bilder gibt es hier nur in Kopien von Labrelie. Es geht um eine Serie damals als erotisch eingestufter Bilder, die er um 1770 für Madame Du Barry, die Mätresse Ludwigs XV. gemalt hatte; heute würde man die Serie aus „Liebesbrief“ und „Heimlichem Treffen“ jederzeit im sonntäglichen Kinderfernsehen zeigen können, wenn man wollte, daß die lieben Kleinen gelangweilt zu einem anderen Sender zappen.
Wertvolle Lizenzen hinter imposanten Eingangstüren                     Bild  Etienne Valois
Die Originale sind nicht mehr auf dem Markt und können in der Henry Clay Frick Collection in New York angesehen werden. Der hatte sie aus dem Büro des Londoner Bankiers J. Pierpont Morgan gekauft.

Klaus und Erika Mann - in ihrem "Buch von der Riviera" - finden die Stadt Grasse „schön und alt“ und fast nur ohne Auto zu besichtigen. „Beruhigend zu wissen, daß H. G. Wells, der einen Teil des Jahres in Grasse lebt, diese Wohlgerüche und zudem die gesunde Luft so mühelos zur Verfügung hat.“ Der englische Autor Wells, der aus seinem Roman „Die Zeitmaschine“ beträchtliche Honorare bezog, hatte sich die Villa „Lou“ Pidou erbauen lassen. Acht Winter verbrachte er mit seiner Freundin Odette Keun hier in den Bergen.

Auf dem Weg ins Zentrum balgen sich die Großflächenwerbungen von Molinard in Lavendelblau und Fragonard in lichtem Ocker um die Besucher, ein Kampf, der unentschieden endet. Den Besuch einer Parfumfabrik empfehlen schon die Manns; was sich auch heute noch lohnt, obwohl deren Anzahl sich immer weiter reduziert. In der Produktion allerdings steht oft schon nicht mehr das Endprodukt Parfum im Mittelpunkt, sondern die Erzeugung von Grundstoffen, die anderswo viel günstiger weiterverarbeitet werden. Und natürlich hat man sich auf die Suche nach neuen Geschäftsfeldern gemacht. Die Entwicklung von Geschmacksstoffen für Lebensmittel gewinnt weiter an Bedeutung, wobei aber immer wieder betont wird, daß die französischen Produkte solche Zusätze natürlich nicht nötig hätten.


Grasse: Eine Stadt, für die man das Auto nicht braucht                                Bild Ivan Matthieu

Auch der belgische Nobelpreisträger Maurice Maeterlinck verbrachte einige Jahre in Grasse. „Eine Art alte, kleine provenzalische Burg inmitten der herrlichsten Landschaft der Welt, im Land der Blumen, Berge und azurblauen Buchten“. Kaum hatten ihm die Zahlungen des Nobel-Komitees die Mittel gegeben , zog er allerdings von Grasse nach Nizza.

Photos: Merci à Ivan Matthieu, LFP et Etienne Valois.

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Viel mehr zu Grasse und dem Midi in meinem Buch "Durch den Süden Frankreichs" (700 Seiten, über 1.000 Bilder), das ich gerne signiert und portofrei zusende.

So bewertet die FAZ: Eine „profunde Kulturgeschichte, glänzend formuliert, prachtvoll bebildert und vom Verlag wunderschön ausgestattet…die vielleicht fundierteste Darstellung zu diesem Thema, ganz gewiss ist es die am besten geschriebene“.

Professor Rainer Moritz, Leiter des Hamburger Literaturhauses, lobt im MDR die „hochinteressante Mischung aus Literatur, Kunst und Kulinarik“, und Martin-Maria Schwarz im HR „eine akribische Neuerkundung“. Zusammenfassend die Badische Zeitung: „Ein reiseliterarisches Meisterwerk“ und der NDR: „Ein ganz außergewöhnliches Buch!“

Samstag, 12. Oktober 2019

Jack Kerouac: Langeweile in Avignon






Jack Kerouac                         Bild von Tom Palumbo
Jim Irsay hat viel Geld für das mehr als 30 Meter lange Manuskript "On the road" von Jack Kerouac ausgegeben: fast 2,5 Millionen Dollar, mehr Geld als der Autor in seinem ganzen Leben verdiente. Kerouac hatte Papierblätter zugeschnitten, aneinander geklebt und darauf in drei Wochen seinen Bestseller geschrieben. Oft kann man noch lesen, es sei eine Rolle Fernschreiberpapier gewesen. Der Schluß der Geschichte mußte allerdings rekonstruiert werden. Ein literarisch interessierter Hund hatte den letzten Meter gefressen.

Avignon war eine langweilige Stadt für ihn. „Was kannst du an einem Sonntag Nachmittag in Avignon tun? In einem Café sitzen und in der Zeitung vom Comeback eines einheimischen Clowns lesen und die Steinfiguren aus dem Museum in dir nachwirken lassen.“


Papstpalast in Avignon: Lichtschau und "natur"
Kerouac kam aus dem Musée lapidaire, der ehemaligen Jesuitenkirche aus dem 17. Jahrhundert,
„ein Museum voller Bildhauerarbeiten in Stein aus den Tagen Benededikt XIII., und auch mit einer prächtigen in Holz geschnitzten Darstellung des Abendmahls mit zusammengedrängten Jüngern Kopf an Kopf und trauernd, Christus in der Mitte mit erhobener Hand, und plötzlich wirst du von einem der Köpfe hinten im Relief direkt angestarrt, und es ist Judas!“
Das war ihm aber dann auch schon genug Kultur und er bestätigte sich lieber noch ein wenig seine Vorurteile, die er gegenüber dem Süden
Frankreichs hatte. Nirgends sei die Stimmung so trostlos wie während

Weltbestseller "On the road"                              Bild Wiki CC-Lizenz
eines sonntäglichen Mistralsturmes im „armen alten Avignon“. Er beobachtete „junge Burschen, die wie heranwachsende Kriminelle aussahen“, dreizehnjährige Mädchen, die „einfältig in hochhackigen Schuhen grinsten“ und ein kleines Kind, das „im Dreckwasser der Gosse mit dem Gerippe einer Puppe“ spielte. Und plötzlich habe er verstanden, was das sei, der französische Provinzialismus, über den sich auch die französischen Dichter beklagten:
„Den trüben Provinzialismus, der Flaubert und Rimbaud in den Wahnsinn trieb und der Balzac zum Grübeln brachte.“
Wenn man die Vorgeschichte kennt, weiß, wie Kerouac nach Südfrankreich kam, und daß für ihn Frankreich gleichbedeutend mit Paris war, dann versteht man seine negativen Schilderungen des Midi besser.
Von Tanger war er auf einem Postschiff, und, um fünf Dollar zu sparen, in der vierten Klasse, gemeinsam mit zurückbeorderten französischen Algerien-Soldaten nach Marseille gereist. Es gab keine Koje mehr für ihn und seine Bestechungsversuche gegenüber den Stewards wurden nur mit einem Achselzucken beantwortet:
„Nicht unbedingt ein gallisches Achselzucken, sondern ein großes weltmüdes lebensmüdes allgemein-europäisches Achselzucken“.
Und plötzlich tat es ihm leid, daß er
„die ziemlich träge, aber echte Aufrichtigkeit der arabischen Welt verließ“.
Als er in Marseille ankam, wollte er nur eines: Schnell wieder weg. Daß mit Arthur Rimbaud einer der französischen Autoren, die Kerouac, die gesamte Beat-Literatur und schließlich Bob Dylan und Patti Smith stark beeinflusst haben, in Marseille elendiglich an Knochenkrebs zugrunde gegangen ist, wird er gewusst haben - schließlich hatte er ein Buch über ihn geschrieben. An sich wäre Rimbaud jemand gewesen, dessen wenige Spuren in Marseille er hätte suchen müssen, wenn er schon seine europäische Spurensuche betrieb. Auch hatte er lange ein Rimbaud-Zitat in seinem Arbeitszimmer:
„When shall weg go, over there by the shores and mountains, to salute the birth of new work, the new wisdom, the flight of tyrants, and of demons, the end of superstition to adore…the first ones!”

Die zahlreichen Romane, die Kerouac in den fünfziger Jahren schrieb, blieben lange unveröffentlicht, sind es zum Teil noch heute und liegen in einem Bankschließfach, das seine Erben bewachen. Immerhin könnten Sie sich ein Zazzle-Teashirt mit den Namenszügen von Rimbaud und Kerouac kaufen und auf die nächste Veröffentlichung hoffen.



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Viel mehr zu Avignon und dem Midi in meinem Buch "Durch den Süden Frankreichs" (700 Seiten, über 1.000 Bilder), das ich gerne signiert und portofrei zusende.

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Samstag, 5. Oktober 2019

Fabre in Sérignan: 14 Jahre Mistkäfer beobachtet

Mit den Mistkäfern hat alles angefangen; über sie schrieb Jean-Henri Fabre seine erste Veröffentlichung. Dann folgten die geliebten Sandwespen, die Gottesanbeterin und zahlreiche Schmetterlinge.
Ausführliche und einfühlsame Biographien schreibt er und ist den Objekten seiner Begierde so lange so nah wie selten ein Biograph. Stundenlang liegt er mit seinem Markenzeichen, der Lupe, auf dem Bauch, beobachtet und spricht auch mit seinen Insekten. Seine Beschreibungen sind so verständnisvoll, daß er manchmal sicher nur aufschreibt, was seine Tiere ihm erzählen.

Fabre: Immer mit seiner Lupe unterwegs und hier mit Blick auf das Café de Commerce,
die inzwischen geschlossene Stammbar des deutschen Malers Werner Lichtner-Aix
Mit Menschen ging er weniger verständnisvoll um, zum Beispiel mit Charles Darwin, mit dem er in Briefwechsel stand und dessen Theorie über die Entstehung der Arten er rundweg für ein Hirngespinst hielt.
„Ich glaube nicht an Gott, ich sehe ihn“,
war Fabres feste Überzeugung.

Zeitlos, besser gesagt mit unendlich viel Zeit, hat Fabre geforscht und experimentiert. Der erste, der das Experiment in der Biologie systematisch anwandte. Über vierzehn Jahre hinweg hat Fabre immer wieder den Mistkäfer beobachtet, mit dem er seine Veröffentlichung auch beginnt. Um die Intelligenz des Skarabäus, des heiligen Pillendrehers aus Ägypten, ranken sich viele Mythen. Insbesondere der schon von den griechischen Geschichtsschreibern überlieferte Mythos, daß der Skarabäus sich Hilfe holt, wenn das Gelände so schwierig wird, daß er eine von ihm gefundene Mistkugel nicht mehr allein fortbewegen kann. Bis ins 19. Jahrhundert hatten selbst ernsthafte Wissenschaftler diese Theorie ungeprüft übernommen.

Und auch Fabres Ansatz war es zunächst, eine Bestätigung für diese These zu erlangen. Er umgrenzte die Kugel mit unüberwindlichen Steinwällen, hob Gräben aus, fixierte sie mit Nadeln und ließ sich eine Reihe weiterer Erschwernisse einfallen, aber nie, nie holte der Mistkäfer Hilfe. Im Gegenteil. Wenn die Artgenossen feststellten, daß jemand „Hilfe“ brauchte, hielten sie dies für Schwäche und die Aufforderung zu Kampf und Raub. Das war es also, wenn mehrere Käfer sich um eine Kugel versammelten.

Alle Vorgänger Fabres hatten aus einer Ansammlung der Tiere ihre im wahrsten Sinne des Wortes voreiligen Schlüsse gezogen. Der Berliner Matthes&Seitz Verlag hat die „Erinnerungen eines Insektenforschers“ in einer mehrbändigen Reihe und mit den Zeichnungen von Christian Thanhäuser schön ausgestatteten Ausgabe verlegt. HIER können Sie sich das im VIDEO ansehen.



Zeichnung von Christian Thanhäuser aus
dem angesprochenen Buch
Fabre selbst hat allerdings deutlich naturnäher gezeichnet. Es gibt auch ein hörenswertes CD-Set von Peter Steinbach: Die wunderbare Welt des Jean-Henri Fabre.

Nach der Besichtigung des Hauses - HIER alle Informationen und Öffnungszeiten; Mittagspause im Juli und August übrigens von 12.30 bis 15.30! - schlage ich noch einen Spaziergang durch den botanischen Garten am Fabre-Haus und dann hinaus zum Friedhof vor, wo er im Familiengrab beerdigt ist.

„Diejenigen, die wir verloren glauben, sind uns nur vorausgeschickt.“
Diesen Ausspruch Senecas hat sich Fabre für seinen Grabstein ausgesucht.

Hier auf dem Friedhof finden Sie auch das Grab des deutschen Maler Werner Lichtner-Aix, der seit dem Ende der sechziger Jahre in Sérignan wohnte und dessen Atelier auch heute noch zu besichtigen ist.


Bei der Gelegenheit möchte ich Sie auf die Website der französischen Friedhöfe von PHILIPPE LANDRU hinweisen, eine wahre Fundgrube. Auch ein Bild des Fabres-Grab finden Sie da.



>>>>  Viel mehr zu Sérignan, Fabre, Ventoux und dem Midi in meinem Buch "Durch den Süden Frankreichs" (700 Seiten, über 1.000 Bilder), das ich gerne signiert und portofrei zusende.

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Samstag, 28. September 2019

Zinedine Zidane und Mick Jagger in Nebenrollen

Zidane auf seiner berühmten Wand und Jagger auf
einem T-Shirt. Bilder von Yannis Bautrait und Reckon 
Mick Jagger und seine Band-Kollegen waren natürlich mehrfach in Südfrankreich, so im Sommer 1971, als sie in der Nähe von Antibes jeder eine eigene Villa bewohnten. Im Keller des Hauses von Keith Ricards hatten sie ein provisorisches Studio eingerichtet, komponierten und probten, wenn es die Drogenlage hergab. Bill Wyman hatte Heimweh, wollte nach Hause, sehnte sich nach englischem Essen und englischer Milch. Und Mick Taylor, erst kurz dabei für Brian Jones - dessen Tod (ertrunken oder ermordet?) bis heute nicht geklärt ist - genoß sein Leben als Rockstar. Die BBC hat eine Dokumentation über dieses Jahr gedreht: Stones in Exile. Es sei tatsächlich schon etwas wild gewesen damals, gestand Jagger (inzwischen Sir Mick) rund vierzig Jahre später der britischen Zeitung "The Telegraph" ein.
"Damals waren wir jung, gutaussehend und dumm. Heute sind wir nur noch dumm." 
Vézénobres: Ein Gordes ohne Touristen, aber 
kein Umfeld für Mick Jagger
Wem Gordes und Bonnieux gefallen, der kann sich in Vézénobres ansehen, wie die beiden vertouristeten Hochburgen ohne den ganzen Rummel ausgesehen haben müssen; Mick Jagger hat sich jedenfalls 1978 hier niedergelassen - in der Rue Basse gleich hinter dem Schloß - und ist vor dieser Ruhe und Abgeschiedenheit kurz darauf wieder geflohen. In manchen Straßen ist das romanische Stadtbild noch mit ganzen Häuserzeilen erhalten und, wie auch der restliche Stadtkern, mit alten Materialien sorgfältig renoviert.
Zidane: Made in Marseille und hier auf der Treppe des
Adidas-Shops auf der Canebière mit seinem Konterfei. Bild Merci à Adidas

Sicher kennen Sie das Bild (siehe oben) der berühmstesten und meistphotographiertesten Mauer von Marseille direkt an der Küstenstraße in Richtung Osten, genau da wo die Corniche Kennedy über den Place Paul Ricard führt. Zidane war jahrelang als fünfzehn Meter hohes Portrait darauf zu sehen, Adidas hat es bezahlt und beschriftet ist die Wand auf englisch: „Made in Marseille“.

Ziadane ist in einer jener verufenen Hochhauswüsten von Marseille aufgewachsen, die Polizei, Sozialarbeiter und Stadtverwaltung gerne vergessen, La Castellane, und die noch am ehesten als Problemviertel in die Romane von Jean Claude Izzo gehört. Als „Yazid“ war Zidane hier in jungen Jahren bekannt, erst später bekam er den Spitznamen „Zizou“. 


Auch heute geht nichts ohne die "10". Bild LCM/Calicot
"Und Zinedine?" läßt Leila Sebbar in Ihrem Buch Mes Algéries en France Zidanes Mutter erzählen.
"Wie sollte ich wissen, daß mein Sohn überall auf der Welt Zidane genannt und ebenso bekannt sein würde wie de Gaulle. Als er klein war habe ich zu seinem Vater gesagt. Den ganzen Tag hat er nur Fußball im Kopf. Das ist wirklich nicht genug. Wie will er denn mal Geld verdienen?"
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Samstag, 21. September 2019

Le Grau du Roi: Top-Fischrestaurant Le Saint-Pierre

Le Grau du Roi: Von Mitte September bis Mitte April eine Reise wert

Wer heute in Le Grau du Roi ein Fischrestaurant sucht, sollte vor allem die Zone beiderseits des Kanals meiden, wo dem touristischen Einmalgast etwas als Fischsuppe serviert wird, das so dünn und geschmacklos ist, daß man meint, es seien ein paar Gemüsebrühewürfel in einer Fischpfanne aufgekocht worden. Also: nichts wie hin ins „Saint-
Pierre“, das da liegt, wo es hingehört, am Ende des Fischereihafens nämlich, gleich neben der „Bar des Pêcheurs“. Und wenn Restaurantchef Thierry Cortes uns um etwas Geduld bittet, weil die Fischerboote heute mit Verspätung zurückgekehrt seien, dann steigt das Vertrauen noch mehr. HIER im VIDEO ab der vierten Minute.

Und da machen wir nichts anderes wie Hugo von Hofmannsthal, als er durch den Süden Frankreichs reist und eine Fischsuppe begeistert beschrieb. Ihn beeindruckten vor allem die Farben „am rollenden, phosphorschimmernden Meer“, Farben, die sich auch bei den Mahlzeiten wiederfanden. Ein Mittagessen in den Herbergen der Fischer sei sogar „eine große Orgie von Farben. Der rotflossige Fisch schwimmt in einer Safransauce, andere flimmern silberschuppig, und die grellroten Langusten sind von mattgrünen Oliven umrahmt. Dazu das blaue Meer und am weißen Strand Pinien und Zypressen.“

Warum aber die Bouillabaisse hier und nicht in Marseille? Küchenchef Christophe Perrier, der mit seinem Lehrmeister Joel Novack in der Küche zaubert, ist praktisch mit Bouillabaisse großgezogen worden. Sein Großvater, der aus Carry-le-Rouet, nahe Marseille stammte, war der Koch des Schauspielers Fernandel und der wollte seine Bouillabaisse mehrmals in der Woche essen. Sieben unterschiedliche Fische gehören rein:
Rascasse, Lotte, St-Pierre, Grondin, Rouget barbet, Loup de mer sowie Congre oder Drachenkopf, Seeteufel, Petersfisch, Knrurrhahn, Rotbarge, Seewolf und Meeraal.

Christophe Perrier, Joel Novack und Thierry Cortes: Echte Bouillabaisse im Saint Pierre
Wenn deutsche Fernsehköche wie LaferMälzerZacherl ihre sogenannte Bouillabaisses in dreißig Minuten zubereiten und dabei wesentlich Fischfond aus der Dose mit Tomatenmark verrühren, dann hat das mit
Safran: Vor dem Würzen ein "Infusion" herstellen
diesem exquisiten Gericht außer den Namen nichts gemein. Andreas Bernard hat im Magazin der Süddeutschen Zeitung diese DJ’s der Küche bedauert, da man ja – manchmal zum Glück - nichts schmecken könne. „Ein Koch im Fernsehen wirkt daher auf den ersten Blick völlig deplatziert, um seine eigentliche Kunst betrogen: wie ein Pantomime im Radio. Er kann allenfalls als versierter Kochdarsteller auftreten.“
Wenn Perrier ganz am Ende des vierstündigen Einköchelns pro Person ein halbes Gramm Safran – oder fünf Euro - in die Bouillon rührt, wird auch klar, daß seine Suppe nicht für neun Euro achtzig verkauft werden kann; so wie an der Hafenpromenade. Dort wird statt Safran mit Kurkuma (Gelbwurz) gefärbt, das farblich eine ähnliche Wirkung hat, jedoch kein Würzkraut ist. Und Vorsicht bei Sonderangeboten im Straßenhandel. Da werden schon mal die Blütenfäden der Färberdistel verkauft, getrocknete Fleischfasern oder, beim Safranpuder, sogar gemahlener Dachziegelstaub.Selbst angebauten Safran verkauft Carine Soulas in Foissac bei Uzes.

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Viel mehr zu Le Grau, Fischsuppe, Safran und dem Midi in meinem Buch "Durch den Süden Frankreichs" (700 Seiten, über 1.000 Bilder), das ich gerne signiert und portofrei zusende.

So bewertet die FAZ: Eine „profunde Kulturgeschichte, glänzend formuliert, prachtvoll bebildert und vom Verlag wunderschön ausgestattet…die vielleicht fundierteste Darstellung zu diesem Thema, ganz gewiss ist es die am besten geschriebene“.

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Samstag, 14. September 2019

Franck Becker aus Cardet: Töpfer aus Leidenschaft

 
Ein Besuch, der sich lohnt. Filmlink unten.
Er hat seine Produktionshalle am Rand von Cardet - kurz vor Anduze, der Stadt der „Vases d’Anduze“ - und er macht wirklich noch eine „fabrication artisanale“. Franck Becker töpfert seit zwanzig Jahren, erst in der Nähe der Bambousseraie, jetzt hier im Gewerbegebiet, von wo aus er seine vielen Kunden, Raumausstatter, Deko-Geschäfte und Boutiquen, vor allem in der Provence beliefert. Oft ist er unterwegs, weil er auch die Auslieferung selbst macht, also rufen Sie besser an bevor Sie bei ihm im Gewerbegebiet von Les Morgues vorbei fahren: 0033 682 21 87 80. Unter dem folgenden LINK kommen Sie auf seine Homepage.

Becker, Südfranzose trotz des deutschen Namens, gehört zu den wenigen, die selbst die großen Vasen, also über einem Meter hoch, noch mit der Hand und auf der Scheibe töpfern. Vieles von dem, was Sie sonst hier in der Nähe kaufen, wird gepreßt. Damit gelten auch andere Regeln für die Haltbarkeit, insbesondere, wenn man die Vasen draußen überwintern will. Jeder Verkäufer wird Ihnen das „winterhart“ versprechen, garantieren wird es kaum einer. „Wenn ein Vase gut gearbeitet ist, kann selbst in einem Winter in Südfrankreich die Glasur platzen. Die Vase geht aber nicht kaputt. Bei einer Preßvase macht es dann baff und das war’s.“ Auch ihm geraten nicht alle Vasen perfekt. Manchmal beträgt der Ausschuß fünfzehn Prozent, „zum Glück auch manchmal null“. Die Malheure, in denen die Glasur geplatzt ist verkauft er extrem günstig. Alle Produkte sind bleifrei, so können die Tassen tatsächlich für Kaffee und die Schüsseln für einen Salat eingesetzt werden.

Wieviele es noch gibt, die so arbeiten wie Becker – alles auf der Scheibe? „Vielleicht noch fünf in Frankreich, wenn‘s ganz viele sind zehn“, sagt er. Es sei einfach körperlich extrem anstrengend, diese vielen Kilo Tonerde auf der Töpferscheibe zu beherrschen.

Handarbeit aus Cardet: Die Töpferei von Franck Becker
Seine Begeisterung ist ansteckend und zudem weiß er viel über die Geschichte der Vasen von Anduze. Kaum in seinem kleinen Verkaufsraum, winkt er uns in die Produktion. „Ich zeige Ihnen schnell mal, wie das geht“ und knetet die dunkle italienische terra cotta. Und nach zwei Minuten - HIER IM VIDEO - ist die Vase fertig.
 
Nach zwei Minuten Drehscheibe dieses Produkt
Die Ornamente und Farbe können wir uns aussuchen, ebenso den Herkunftsstempel, der sich normalerweise aus der Form der Vase ergibt. Und das ganze natürlich mit Signatur. Und die Fahrt nach Anduze könnten Sie eigentlich an dieser Stelle abbrechen, jedenfalls wenn Sie wegen der Töpfereien unterwegs sind. Der Vollständigkeit halber finden Sie die anderen HIER IN ANDUZE.



>>>>  Viel mehr zu Anduze, den Vases d'Anduze , den Cevennen und dem Midi in meinem Buch "Durch den Süden Frankreichs" (700 Seiten, über 1.000 Bilder), das ich gerne signiert und portofrei zusende.

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Samstag, 7. September 2019

Peter Kurzeck in Uzès: Der fehlt einfach

Arbeitszimmer mit Blick auf den Boulevard
Samstags auf dem Markt in Uzes. Unseren Thé à la menthe, „nie mit Zucker“, haben Peter Kurzeck und ich meist früh am Vormittag im „L‘Oustal“ am Place aux Herbes getrunken. Ich habe fast immer gefroren dort im feuchten Schatten der dickmaurigen Arkaden; er nie, weil immer korrekt mit Weste, Sakko und Einstecktuch. Wenn wir uns dann verplauderten und ich die Verabredung mit meiner Frau im alteingesessenen (seit 1963) "Le Carola" am Boulevard Gide nicht so ganz einhalten konnte, gab er mir eine überzeugende Entschuldigung mit auf den Weg: 
„Rund um die Uhr reicht die Zeit nie ganz aus".
So räsoniert der Ich-Erzähler in seinem Roman „Als Gast“, und liefert das zeitliche Argument gleich mit. Der 1943 in Böhmen geborene Vielfachpreisträger lebte lange Jahre als sorgfältiger Archivar der eigenen Biographie nomadisch immer wieder mal auch mitten in Uzès und inventarisierte seine Umgebung; und mehr noch seine Erinnerungen. Nach seinem Tod hat er die nun ganz für sich allein.

Und wenn dann die Nachmittagssonne Schattenspiele der Platanen in sein Arbeitszimmer projiziert und der Nachbar nicht gerade in einem nächtlichen Renovierungsanfall mit dem Bohrer neben Kurzecks Bett die Wand durchstößt, dann kann er in Ruhe auch die zehnte Korrektur der schreibmaschinengetippten Seiten seinen Ansprüchen genügend zurechtfeilen. Den meiner Frau vor einigen Jahren beim „Hausacher Leselenz“ im Schwarzwald versprochenen Uzès-Roman kann er nicht mehr abliefern.

"Wenn ich schreibe, kann mir nichts passieren"
war er sich sicher. Meinen Pfefferminztee trinke ich gelegentlich auch heute noch im "L'Oustal" und friere vor mich hin.

Immer wieder überarbeitet und kein Lektor durfte dran rühren
 
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Viel mehr zu Uzès und dem Midi in meinem Buch "Durch den Süden Frankreichs" (700 Seiten, über 1.000 Bilder), das ich gerne signiert und portofrei zusende.

So bewertet die FAZ: Eine „profunde Kulturgeschichte, glänzend formuliert, prachtvoll bebildert und vom Verlag wunderschön ausgestattet…die vielleicht fundierteste Darstellung zu diesem Thema, ganz gewiss ist es die am besten geschriebene“.

Professor Rainer Moritz, Leiter des Hamburger Literaturhauses, lobt im MDR die „hochinteressante Mischung aus Literatur, Kunst und Kulinarik“, und Martin-Maria Schwarz im HR „eine akribische Neuerkundung“. Zusammenfassend die Badische Zeitung: „Ein reiseliterarisches Meisterwerk“ und der NDR: „Ein ganz außergewöhnliches Buch!“