Als im Zweiten Weltkrieg die Besetzung von Paris drohte organisierte die Museumsverwaltung die Evakuierung der bedeutendsten Kunstwerke aus dem Louvre. Chamson war damals Teil der Museumsleitung und eng in diese Operation eingebunden. Chamson half dabei, diese Meisterwerke zu retten. Viele Werke wurden in französischen Schlössern etwa in Chambord an der Loire versteckt. Während seiner Arbeit als Historiker und Archivar in Versailles und im Louvre fand André Chamson immer ausreichend Zeit für das Schreiben. Sein letztes Buch „Il faut
vivre vieux“ (Man muß alt leben) erschien 1984, ein Jahr nach seinem Tod. Sein
Grab befindet sich, wie bei Protestanten in den Cevennen oft, auf einem
Grundstück der Familie, dem Mas du Gravas, in Pont-de-Rastel bei Genolhac. „Der
Rebell mit den Kinderaugen“, hieß es in einem Nachruf und „er schrieb
französisch, aber fühlte okzitanisch.“
Pont-de-Rastel (Bild von Jeanette Flimlim)
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Kurz nach
dem Krieg hat er Noëlle Vincensini geheiratet, eine
korsische Widerstandskämpferin, die aus dem Konzentrationslager Ravensbrück
während der Todesmärsche im Mai 1945 geflohen war. Zu Beginn des Zweiten
Weltkrieges, und parallel zu seinem Engagement in der Résistance, war er
wesentlich verantwortlich für die Evakuierung der mehr als dreitausend
Hauptwerke aus dem Louvre in die Provinz. Ursprünglich sollten die Bilder im
Schloss von Chambord untergebracht werden. Dort waren sie aber dem Zugriff der
Nationalsozialisten kaum entzogen. Und so begann eine Odyssee durch Museen und
Klöster verschiedener Departements.
Leonardos Mona Lisa verbrachte sogar
eine Nacht im Schlafzimmer von Chamsons Tochter Frédérique Hébrard. Gegenüber
seinem Geburtshaus wird heute von Marie Tholimet in einer kleinen Ausstellung
an den Schriftsteller erinnert. Und auch daran, wie er bis zu seinem Tod im
Jahr 2001 immer wieder Lesungen in Eisenbahnwaggons anbot, wenn der Zug
zwischen Genolhac und Chamborigaud verkehrte. Noëlle Vincensini ist 2025 im Alter von 98 Jahren auf ihrer Heimatinsel gestorben.
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