Donnerstag, 2. April 2026

Das Ende einer Institution in Vézénobres: Kein "Trois Perdrix" mehr

Faustine, Petra und Françoise

Durchaus verständlich, daß nach vierzig Berufsjahren auch die Gastgeber eines Restaurants in den Ruhestand gehen – aber doch nicht bitte die des "Trois Perdrix", des erklärten Lieblingsrestaurants im weiten Umkreis. Auch wenn die neuen Eigentümer den eingeführten Namen beibehalten haben, lohnt der Besuch nicht. Das beginnt schon bei der Parkplätzen, die es zuvor auf der Wiese unter den Maulbeerbäumen gab – alles abgeholzt und zubetoniert. 

Jetzt müssen sich die Stammgäste auf die Suche machen und haben in Vézénobres mit dem „Relais Sarrasin“ immerhin eine erste und eingeführte Ausweichadresse. Jean-Louis Fenayrou und Fabrice Fournier bieten eine phantasievolle Regionalküche vor allem mittags zu einem fairen Preis-Leistungsverhältnis an. Ein paar hundert Meter weiter, im „Bon Accueil“ gleich neben der Apotheke, kümmert sich mit Rémy Barreda ein neuer Patron im um die Gäste.

 Mittagsmenü in der Woche für 17 Euro

Wenn es etwas Besonderes sein soll, empfehle ich ein paar Kilometer weiter das „Fleur de Thym“, das etwas versteckt in Ribaute-les-Tavernes liegt, aber die Erwartungen drinnen wie auf der Terrasse übertrifft. Hier könnten Sie durchaus Liliane Skalecki begegnen, die in der Nähe wohnt und deren Südfrankreich-Kimis Sie vielleicht sogar zur Reisevorbereitung gelesen haben.

Agde: Sind das wirklich Alexander und Cäsarion?

 

Den 13ten September 1964 hat Jacky Fanjaud nie vergessen. Wie so oft hatte er nicht weit von der Mündung des Hérault ins Mittelmeer einen Tauchgang unternommen, als ihm ein großer von Algen überwachsener Stein auffiel. Nicht schlecht als Deko im Garten, dachte er sich, als er die Algen abrieb und der Stein scheinbar immer größer wurde. Daß es der Oberschenkel einer 1,33 Meter großen Bronzefigur war, bemerkte er erst später.

Als Mitglied einer Tauchergruppe, die sich für Archäologie interessierte, war er im Fluß nicht weit von der Kathedrale Saint-Étienne schon des öfteren fündig geworden. Aber diesmal war alles anders. Nicht mehr nur das Stadtmuseum von Agde war interessiert, sondern plötzlich, wie zu Zeiten der absolutistischen Könige, auch Paris. Das Kultusministerium nahm die Figur in Beschlag und beauftragte das nahe Nancy gelegene Laboratoire d’Archéologie des Métaux mit den Restaurierungsarbeiten. Zwanzig Jahre verbrachte der Éphèbe, inzwischen mit dem Beinamen Alexander der Große, nun im Louvre, bevor er 1987 erstmals in Agde, im neuerbauten Museum für Unterwasserarchäologie gezeigt wurde. Vielleicht hätte sich Jacky Fanjaud sich seinen „Stein“ einfach in den Garten legen sollen. Dann hätte er zu Lebzeiten wenigstens eine greifbare Erinnerung an einen ganz besonderen Tauchgang gehabt.

Ob es sich bei der Figur tatsächlich um Alexander handelt oder ob dies eine sicher hilfreiche Zuschreibung touristischer Marketing-Experten ist, sei dahingestellt. Manche der angeführten Gründe scheinen etwas weit hergeholt. Da werden die sanften und etwas melancholischen Gesichtszüge bemüht, die an Arbeiten des mazedonischen Bildhauers Lysippos von Sicyone erinnern oder auch die Locken, die denen bei anderen Statuen Alexanders ähnelten. Und schließlich sehe das geflochtene Stirnband aus wie dasjenige, das aus dem Grab von Philipp II., dem Vater Alexanders bekannt sei.

Weitere Fundstücke des Museums zeigen einen bronzenen Eros und eine Knabenfigur, von der man bis heute nicht genau weiß, um wen es sich handelt. Da das aber mit der Taufe Alexanders so publikumswirksam war, machte man aus dem Knaben kurzerhand Cäsarion, den Sohn von Kleopatra und Julius Cäsar. Kaiser Augustus hat ihn umbringen lassen, als er gerade 17 Jahre alt geworden war. Auf alle Fälle lohnt der Besuch des Museums, mit dessen Ausschilderung die Stadt sich allerdings mehr Mühe hätte geben können. Aber so ein irrendes Suchspiel durch ein fremdes Städtchen kann ja auch seine Reize haben.

Viel mehr in meinem Buch "Durch den Süden Frankreichs". Signierte Exemplare gerne von manfred.hammes@web.de

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Mittwoch, 1. April 2026

Mathilde de Boncourt und Liliane Fontaine lösen verzwickte Fälle

Die vier letzten Bände der Reihe

Liliane Fontaine vor der Arena in Nîmes - nicht weit vom Palais de Justice

Bevor wir auf das Jubiläum, nämlich den zehnten Band der Reihe um die Untersuchungsrichterin Mathilde de Boncourt und ihren Polizeikommandanten Rachid anstoßen, ist noch über Band 9 zu berichten. Liliane Fontaine, die immer wieder mehrere Wochen des Jahres in den Cevennenausläufern nördlich von Nîmes verbringt, ist auch mit diesem Band wieder durch und durch in ihrem südfranzösischen Element. Eine vielschichtige und spannende Lektüre, die das Lokalkolorit einfühlsam wiedergibt. 

Die Richterin ermittelt auf Bitten eines mit ihr befreundeten Klerikers im fiktiven Kloster von Sainte-Agathe-Lys in den Pyrenäen. Marienerscheinungen könnten das Örtchen zu einem zweiten Lourdes machen. 

Das Kloster von Sainte-Agathe-Lys nach der Renovierung
 

So jedenfalls die Befürchtungen der Bürgermeisterin Céline Ayma, des mit ihr befreundeten örtlichen Bauunternehmers und eines Investors aus dem Land der Cowboys. Die drei würden den Aufschwung lieber über den Bau eines Golf-Ressorts sicherstellen, als über wundersame Begegnungen mit einer himmelblauen Frau. Dummerweise liegt das Kloster mitten im vorgesehenen Gelände. Als der Abriß einer Scheune des Klosters beginnen soll, findet sich darin ein offensichtlich älteres Skelett. Abgesandte des Papstes sind schon unterwegs und sollen vor die rätselhafte Vorgänge untersuchen. Während Mathilde dem Geheimnis nachgeht, wird in Nîmes die Journalistin Yvette Vaudemont ermordet, die sich heimlich ins Kloster eingeschlichen hatte und über die mysteriösen Erscheinungen berichten wollte. 

Dieser Artikel konnte jedoch nicht mehr im Midi Libre erscheinen. Statt dessen findet sich ein in Form und Inhalt sehr seltsames Geständnis, das kaum von der Journalistin stammen konnte. Ohne zuviel zu verraten, kann immerhin gesagt werden, daß der Golfplatz an anderer Stelle gebaut werden muß und die Nonnen mit dem Verkauf von sehr teurem gesegnetem Wasser sogar das Geld für die Renovierung der Dorfkirche verdienen werden.

Freitag, 27. März 2026

Eine Nacht mit der Mona Lisa: Chamsons Rettungstat

Als im Zweiten Weltkrieg die Besetzung von Paris drohte organisierte die Museumsverwaltung die Evakuierung der bedeutendsten Kunstwerke aus dem Louvre. Chamson war damals Teil der Museumsleitung und eng in diese Operation eingebunden. Chamson half dabei, diese Meisterwerke zu retten.  Viele Werke wurden in französischen Schlössern etwa in Chambord an der Loire versteckt. Während seiner Arbeit als Historiker und Archivar in Versailles und im Louvre fand André Chamson immer ausreichend Zeit für das Schreiben. Sein letztes Buch „Il faut vivre vieux“ (Man muß alt leben) erschien 1984, ein Jahr nach seinem Tod. Sein Grab befindet sich, wie bei Protestanten in den Cevennen oft, auf einem Grundstück der Familie, dem Mas du Gravas, in Pont-de-Rastel bei Genolhac. „Der Rebell mit den Kinderaugen“, hieß es in einem Nachruf und „er schrieb französisch, aber fühlte okzitanisch.“

Pont-de-Rastel (Bild von Jeanette Flimlim)

 

Kurz nach dem Krieg hat er Noëlle Vincensini geheiratet, eine korsische Widerstandskämpferin, die aus dem Konzentrationslager Ravensbrück während der Todesmärsche im Mai 1945 geflohen war. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges, und parallel zu seinem Engagement in der Résistance, war er wesentlich verantwortlich für die Evakuierung der mehr als dreitausend Hauptwerke aus dem Louvre in die Provinz. Ursprünglich sollten die Bilder im Schloss von Chambord untergebracht werden. Dort waren sie aber dem Zugriff der Nationalsozialisten kaum entzogen. Und so begann eine Odyssee durch Museen und Klöster verschiedener Departements. 

Leonardos Mona Lisa verbrachte sogar eine Nacht im Schlafzimmer von Chamsons Tochter Frédérique Hébrard. Gegenüber seinem Geburtshaus wird heute von Marie Tholimet in einer kleinen Ausstellung an den Schriftsteller erinnert. Und auch daran, wie er bis zu seinem Tod im Jahr 2001 immer wieder Lesungen in Eisenbahnwaggons anbot, wenn der Zug zwischen Genolhac und Chamborigaud verkehrte. Noëlle Vincensini ist 2025 im Alter von 98 Jahren auf ihrer Heimatinsel gestorben.

Viel mehr in meinem Buch "Durch den Süden Frankreichs". Signierte Exemplare gerne von manfred.hammes@web.de

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Donnerstag, 26. März 2026

Das unmögliche Restaurant in Narbonne: Auf Monate alle Tische reserviert

Einhundertunsieben Käsesorten sollten doch ausreichend sein 

Mittags und abends kümmern sich die gut zweihundert Angestellten eines Restaurants am Rond Point de la Liberté in Narbonne um täglich eintausend Kunden. Und das an 365 Tagen im Jahr. Kann das gut gehen? Kann man so ein Restaurant führen? Erstaunlicherweise zweimal ja. Für alle Speisen, vom Hummer über die Foie Gras bis zu den Trüffeln, zahlt man nicht einmal 70 Euro. Die Getränke kommen auf Basis der Produzentenpreise hinzu; das beginnt mit wenigen Euro für eine Flasche Côtes du Rhône. Das Restaurant von Louis Privat verbindet die Bestellungen „à discretion“ - wie „all you can eat“ in Frankreich elegant genannt wird - mit der Küchenkunst von Auguste Escoffier. Wenn Sie unter Ihren Vorspeisen eine Brouillade à la Truffe wählen, finden Sie in der Speisekarte den Hinweis, daß dieses Gericht nach Escoffiers Rezept auf Seite 371 im Guide Culinaire der Ausgabe von 1907 zubereitet wird.

Um das vor Ort zu überprüfen, müßte es Ihnen nur gelingen, im „Les Grands Buffets“ einen Tisch zu reservieren. Das kann allerdings für Urlauber zum Problem werden, wenn man sich nicht bereits vor der Anreise darum gekümmert hat. Zuletzt am 10. März wollte ich für irgendeinen Tag im Sommer reservieren. Der erste freie Termin für zwei Personen war am 10. November; immerhin des gleichen Jahres. Aber wenn’s denn klappt, wird es großes Kino aus einer anderen Zeit, in historischen Speisesälen, an weiß gedeckten Tischen, mit viel Silber und noch mehr Kristall und also mindestens dem Ansatz zur Dekadenz. Erst recht bei einem zweiten Besuch, wenn man den Stadtplan für die Buffets und Themeninseln nicht mehr braucht und verblüfft feststellt, daß der Ober genau weiß, welchen Wein der Gast beim letzten Besuch getrunken hat und ob er weiterhin auf den Estragon in der Soße verzichten möchte – was allerdings schade sei und Herrn Escoffier sicher enttäuschen würde. 

 

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Freitag, 2. August 2024

Bouillabaisse in Marseille - Les Goudes


Eine Fischsuppe in Marseille. Einmal sollten Sie sich die Bouillabaisse, die überall zwischen 50 und 60 Euro kostet, gönnen. Dann sollte es aber auch eine sehr gute sein.
Bouillabaisse-Kochen für meine Dokumentarfilme
mit Nicolas Pinchinot und Antoine Chosson
Für mich gibt es genau zwei Orte, an denen ich sie vorbehaltlos empfehlen kann: 1. Bei Didier Tani in der „Grand Bar des Goudes“ in Les Goudes bei Marseille (dazu das folgende einminütige VIDEO ) und 2. bei Christophe Perrier im "Saint Pierre" in Le-Grau-du-Roi. In beiden Restaurants habe ich den Köchen vom Anlanden der Fische über die stundenlange Zubereitung der Bouillon bis zum Einlegen der Edelfische über die Schulter geschaut und natürlich probiert.

Bouillabaisse bei Didier am Hafen von Les Goudes.
Authentischer kann die Umgebung nicht sein
Für beide Restaurants ist das filmisch auch ausführlich  dokumentiert. Sie können sich das das hier für Les Goudes und hier für Le-Grau-du-Roi ansehen; das dauert allerdings je 45 Minuten und umfasst viele weitere Themen.

Manche Restaurants um den Alten Hafen von Marseille weisen auf die Charta der Bouillabaisse hin; das heißt aber zunächst nicht mehr, als daß diese Charta auch draußen hängt. Oft können Sie reinfallen, wobei man es selbst erst merkt, wenn man den Vergleich hat, es also zu spät ist. Sehr gut ist sie im Restaurant „Miramar“, gleich zu Beginn des Quai du Port.


Ebenfalls sehr gut wird die Bouillabaisse in dem alten Traditionsrestaurant von Maurice Brun geköchelt; es befindet sich ziemlich genau gegenüber des „Miramar“ am Quai de Rive Neuve. Wenn Sie hier einen Tisch reservieren, sollten Sie das für die erste Etage tun, von wo Sie einen schönen Blick über den Hafen hinweg auf das Panier-Viertel haben. Nur die Sünden der ersten Häuserzeile, die nach der Sprengung der alten Gebäude durch die deutsche Wehrmacht dort erstellt wurden, sollten Sie übersehen. Wenigstens das Rathaus und ein paar weitere Gebäude wurden verschont..

Wenn Sie die Bouillabaisse in einer Umgebung suchen, in der sie zuhause ist, dann fahren Sie auf der Corniche immer weiter nach Osten, im Prinzip solange es geht und solange „Les Goudes“ auf den Wegweisern steht. Gönnen Sie sich das Vergnügen nicht direkt vor das Restaurant, die „Grand Bar des Goudes“, zu fahren, denn so etwas wie Parkplätze gibt es dort ohnehin nicht. Stattdessen fahren Sie ein paar hundert Meter bis in die Calanque von Callelongue, wo dann jede Straße aufhört, Sie aber vor der Ansammlung alter Fischerhütten leicht und so sicher parken, wie das in Marseille eben geht. So kommen Sie in den Genuß eines viertelstündigen Spaziergangs direkt an den Klippen entlang.


Wenn Sie aus dem Spaziergang eine Wanderung machen möchten, gehen Sie einfach nach Osten weiter und sind dann, wenn alles glatt geht und Sie genug zu trinken dabei haben, in fünf oder sechs Stunden in Cassis. Die Strecke führt entlang der schönsten Calanques. Vielleicht sehen Sie sich aber die Tour erst einmal vom Wasser an - HIER im VIDEO - und entscheiden dann, ob diese Strapaze das richtige für Sie ist.


Hier wartete die deutsche Wehrmacht auf die Landung der Alliierten im Mittelmeer. Heute teure Ferienhäuser.

Eine Besonderheit auf dem Weg nach Les Goudes sind die alten deutschen Bunkeranlagen aus dem zweiten Weltkrieg. Erst sollten sie gesprengt werden, was ziemlich mißlang - zu stabil gebaut. Dann kam die Stadt Marseille auf die Idee, sie zu verkaufen und löste einen regelrechten Run aus. Für wenig Geld konnte man in den siebziger Jahren einen Bunker kaufen, fensterlos zwar, aber immerhin mit einer bewohnbaren Grundfläche von 108 Quadratmetern und oft mit direktem Meerzugang oder unverbaubarer Sicht. Aus manchen wurden komfortable Ferienhäuser oder sie wurden, etwa zu einem Restaurant, umfunktioniert. Die Wände speichern die Wärme so gut, daß im Winter nicht geheizt werden muß. Verkauft werden Sie heute nicht mehr, nur vererbt.


In der Küche von Didier Tani in Les Goudes. Acht Sorten Fisch aber niemals eine Languste.
Das Bild rechts (und die beiden unten) stammt von Didiers Vater, einem Fischer, der seine Bouillabaisse immer am Strand kochte.
Auch Didier Tani, der Patron der „Grand Bar des Goudes“, - jetzt sind wir endlich da - hat sein Restaurant geerbt. Sein Vater hat sein ganzes Leben als Fischer gearbeitet und das Restaurant liegt direkt am Hafen über den Booten. Didier hat festgestellt, daß mit einer ehrlichen und hochqualitativen Bouillabaisse mehr Geld zu verdienen ist, als mit dem mühsamen Fang der Felsenfische für die Bouillon und dem der Edelfische für die Beilage. Ausschließlich mit Fischen, die noch aus dem Mittelmeer kommen und ohne jeden Firlefanz wird die Suppe hier gekocht.

Ursprünglich war es eine Suppe, die sich die Fischer morgens während der Rückkehr in den Hafen schnell selbst kochten und dazu natürlich vor allem die Fische nahmen, die sie erfahrungsgemäß später nicht mehr so gut verkaufen konnten. So wird auch schnell klar, daß die Languste sicher nicht hineingehört. „Das wird trotzdem ab und zu am Alten Hafen gemacht. Man bekommt von dem Geschmack einer Languste nichts mit, aber der Wirt nimmt zehn Euro mehr.“
  
An sich ein langgeübter Trick zur Umsatzsteigerung. In den fünfziger Jahren stellte der Schriftsteller Wolfgang Koeppen fest: Oft erwarte man in Marseille „nur den Strom geldausgebender Touristen, denen man die Bouillabaisse vorsetzt, in der ein einsames Langustenbein schamrot den Preis von 1000 Francs zu rechtfertigen versucht“.

Jeden Morgen liefern die Kollegen, die mit ihren Booten gegen zwei Uhr morgens rausfahren, ihren Fang bei Didier Tani ab. Das können ruhig ordentliche Mengen sein, denn bis zu einhundertmal kommt das Fischgericht täglich aus der Küche.

 
Erinnerungen an Didier Tani's Vater                    Bilder: Tani
Voller Stolz hat Didier zahlreiche Fotos seines Vaters im Restaurant aufgehängt. Sogar Thunfische und Wale hat dieser hier in der Nähe gefangen. Als sein Vater, zunächst an zwei Tagen in der Woche mit dem Restaurant anfing, gab es eine Besonderheit. Statt die Bouillabaisse zu salzen legte er kurz vor dem Servieren einen handgroßen Kieselstein in jeden Teller, über den hinweg die Suppe aufgetan wurde. Die Steine hatte der Vater entlang des Spülsaums gesammelt, wo sie mit einem Meersalzüberzug versehen worden waren. Das wäre heute nicht einmal mehr in Frankreich erlaubt; statt dessen wird mit Fleur de Sel aus der Camargue gesalzen. Didier erzählt solche Geschichten, als hätte er sie vorher bei Alphonse Daudet gelesen.

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Viel mehr zu Marselle, seine gefährlichen wie den kulinarischen Seiten in meinem Buch "Durch den Süden Frankreichs" (700 Seiten, über 1.000 Bilder), das ich gerne signiert und portofrei zusende. Mail an manfred.hammes@web.de

So bewertet die FAZ: Eine „profunde Kulturgeschichte, glänzend formuliert, prachtvoll bebildert und vom Verlag wunderschön ausgestattet…die vielleicht fundierteste Darstellung zu diesem Thema, ganz gewiss ist es die am besten geschriebene“.

Professor Rainer Moritz, Leiter des Hamburger Literaturhauses, lobt im MDR die „hochinteressante Mischung aus Literatur, Kunst und Kulinarik“, und Martin-Maria Schwarz im HR „eine akribische Neuerkundung“. Zusammenfassend die Badische Zeitung: „Ein reiseliterarisches Meisterwerk“ und der NDR: „Ein ganz außergewöhnliches Buch!“

Freitag, 26. Juli 2024

Rainer Ehrt's "Café des Exilés"

Mit Freude am Detail, manchmal mit Ironie, manchmal freundschaftlich, aber auch mit kritischer Distanz hat der Künstler Rainer Ehrt die bekannten Gesichter der deutschen Exilliteratur gezeichnet: Von Heinrich Mann, über Roth, Brecht und Anna Seghers bis hin zu Toller und Feuchtwanger.


Natürlich denkt man in erster Linie an Wien, wenn der Begriff des „Caféhausliteraten“ fällt. Aber die aus Nazi-Deutschland geflüchteten oder ausgewiesenen Schriftsteller standen den Wiener Autoren wie Hugo von Hofmannsthal, Karl Kraus oder Alfred Polgar um nichts nach. Und Autoren wie Joseph Roth und Franz Werfel waren zunächst in den Wiener Cafés und später dann in Paris zu finden.

Wenn dazu noch wir Anna Seghers „Transit“ und Ludwig Macuses „Mein Zwanzigstes Jahrhundert“ lesen, dann gewinnt man den Eindruck, als hätten alle Exilanten ihre Tage hauptsächlich in den Cafés von Marseille und Sanary-sur-Mer verbracht.

Und da ist tatsächlich was dran. Das Thema war Hermann Kesten sogar ein ganzes Buch wert: „Dichter im Café“. So etwas wie eine zweite Heimat waren die Cafés geworden.

Er habe einen Gutteil seines Lebens in den Cafés verbracht, beichtet Hermann Kesten und tritt auf den 433 Seiten seines Buches „Dichter im Café“ den Beweis an.

Den Exilanten waren die Kaffeehäuser zu ihren Arbeits- oder Wohnzimmern geworden, in denen sie ihre glücklicherweise selbstzahlenden Freunde empfingen, in denen sie schnell ihre Stammplätze oder gar Stammtische hatten und auch bei wenig Verzehr gerne gesehen waren: die Bohème als kostenlose Werbung für die vielen, die gerne dazu gehört hätten und dennoch kamen und nur sehen wollten. Diesen
„Müßiggang der anderen betrog ich mit meiner Arbeit“
formulierte Kesten schadenfroh und machte sich regelmäßig auch über die einzelne Dame lustig, die es in jedem Café gebe und die aussähe,
„als habe nicht ein einzelner Mann sie versetzt, sondern das ganze männliche Geschlecht“.
Die Cafés waren den Exilanten sogar mehr als Haus und Heimatersatz, waren „Kirche und Parlament“, wurden „zur Wiege der Illusionen und zum Friedhof“.


Angefangen hat Rainer Ehrt, Jahrgang 1960, nach seinem Studium an der Hochschule für Kunst und Design Halle/Burg Giebichstein als Plakat-Illustrator und gleich die ersten Auszeichnungen bekommen: 1998 in London für den »Best political Cartoon« bei der New Statesman Cartoon Competition und 2004 »Best of 2003 Illustration« des 3x3 magazine in New York. Viele seiner Arbeiten befinden sich inzwischen im Besitz von Museen, Bibliotheken oder privaten Sammlungen.

Einen Überblick über seine Arbeiten finden Sie HIER, darunter auch die Grafik "Überfahrt", die sich Intellektuellen, Komponisten und darstellenden Künstlern widmet.




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Viel mehr zu den Künstlern und Autoren des Midi in meinem Buch "Durch den Süden Frankreichs" (700 Seiten, über 1.000 Bilder), das ich gerne signiert und portofrei zusende. Mail an manfred.hammes@web.de

So bewertet die FAZ: Eine „profunde Kulturgeschichte, glänzend formuliert, prachtvoll bebildert und vom Verlag wunderschön ausgestattet…die vielleicht fundierteste Darstellung zu diesem Thema, ganz gewiss ist es die am besten geschriebene“.

Professor Rainer Moritz, Leiter des Hamburger Literaturhauses, lobt im MDR die „hochinteressante Mischung aus Literatur, Kunst und Kulinarik“, und Martin-Maria Schwarz im HR „eine akribische Neuerkundung“. Zusammenfassend die Badische Zeitung: „Ein reiseliterarisches Meisterwerk“ und der NDR: „Ein ganz außergewöhnliches Buch!“



Freitag, 12. Juli 2024

Sanary: Die "Frauenumgebung" der Exilautoren

Mit besonderer Ehrerbietung oder Höflichkeit wenigstens wurden die Damen in Sanary von den versammelten Dichterfürsten und literarischen Kaisern nicht behandelt. Allenfalls Ironie ließ man ihnen zukommen und Ludwig Marcuse sammelte all das und war damit auch kaum besser als die von ihm unten beschriebene "Auskunftei".

Inzwischen viel lesenswertes Auto- und Biographisches über die "Frauenumgebung"

Sybille von Schoenebeck zum Beispiel, die ihre Vorliebe fürs Britische ständig vor sich hertrug.
„Der Hauptmotor der englischen Gruppe war ein Fräulein von ..., die englisch sprach, als wäre sie auf dem Campus von Oxford geboren, und so highbrow, daß sie sich selbst nur gelegentlich einmal verstand.“
Sie sei ein „großer Snob mit einem guten Herzen“ gewesen und dazu „einer beträchtlichen Portion von Unsicherheit und einer noch größeren Leibesfülle“.

Diese Unsicherheit hinderte sie allerdings nicht daran, in deutschen Flugzeugen lautstark und „mit einer Flut köstlichster englischer Redewendungen“ über die aufgehängten Hakenkreuzfahnen zu schimpfen.

Als Sybille Bedford und Biographin von Aldous Huxley fand sie sich schließlich angemessen britisch. Den neuen Familiennamen hatte ihr nach vielem Drängen Huxley besorgt – in Form eines homosexuellen Engländers in Geldnöten, der die Scheinehe einging und ihr so zur Mrs. Bedford und damit zur britischen Staatsbürgerschaft verhalf.
Vorbild für diese Scheinheirat war die Verheiratung Erika Manns mit dem englischen Dichter Wystan Auden.


Viele andere Damen wurden nicht einmal beim Namen genannt.

„Ich habe zuviele Frauen deutsch-kommunistischer Intellektueller mit eigenen Ohren gehört und die Männer saßen geduckt daneben und die Brandung der Phrasen ging über ihre Köpfe.“
Da könne keiner den Kopf hochhalten, wenn die schrillen Weiblichkeiten modulierten. Einer kam mit einer
„veilchenblauäugigen Dänin“,
ein anderer mit
„der schlanken Tochter irgendeiner Tusnelda“.
Oder das Mädchen,
„deren literarischer Ruhm darin bestand, daß Alfred Kerr ihr in verschollenen Tagen Liebesgedichte geschrieben hatte“,
Marta Feuchtwanger zu Besuch bei Huxley (Bild: Monacensia)und ein Selbstportrait der Karikaturistin
Eva Herrmann (Bild: Exilarchiv) ,die die Ölmalerei einer Allergie wegen aufgeben mußte
der Eva Herrmann, die Freundin des „Fräuleins von...“, deren Beitrag zur deutschen Literatur darin bestand, Karikaturen der Literaten zu zeichnen - das allerdings meisterhaft.
„Sie war sehr rationell und glaubte an Geister.“  

Eva Herrmann lebte mit Sybille Bedford in einem ehemaligen Bauernhof, der „Bastide Juliette“ und wer die beiden besuchen wollte, mußte schon einen langen, steilen Marsch in Kauf nehmen.

René Schickele, der den Weg auf sich genommen hatte, erinnerte sich an Sybilles Stimme „wie eine erkältete Turteltaube“ mit den Bewegungen „eines robusten, wohlerzogenen Gardeoffiziers“. Die stets zögerliche Eva habe sie mit ihren Augen dirigiert,
„Eva, die voller Fragen dasteht und kaum eine davon über die Lippen bringt“.
Und dann gab es noch die
Auskunftei, die geschiedene Frau eines bekannten deutschen Schauspielers.“

Als Beichtmutter konnte sie die Geheimnisse nicht so hüten, wie sie es sicher gewollt habe. „Mit weißen zitternden Lippen gab sie dann eine Portion Geheimnisse her.“ Und eine Minute später, eingeleitet von der rituellen Formel

„Da ich nun schon fast alles erzählt habe ... kam dann erst das Strammste zur Welt.“
  Aber Ludwig Marcuse schätzte besonders an ihr, daß sie nie boshaft klatschte. 

 

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Freitag, 5. Juli 2024

Von Anduze zur Moulin de Corbès

 
Markt immer donnerstags
Anduze lebt in der Vergangenheit, nicht von ihr. Eine Vergangenheit, die das Städtchen durch den einträglichen Tuch- und Seidenhandel glanzvoll und reich gemacht hatte. Einen kleinen Eindruck davon bekommt auf dem Place Couverte, dem teilweise überdachten Marktplatz, auf dem seit dem 17. Jahrhundert ein aufwändig gestalteter Ziehbrunnen mit bunten Dachziegeln steht. Am besten fahren Sie donnerstags, also am Markttag, hin. Der Markt wird auch noch von vielen Selbstvermarktern (Producteurs) beschickt; im Herbst finden Sie hier die frischesten Esskastanien und Steinpilze.
 
Die alte Mühle von Corbès im Gardontal.
Das Örtchen selbst, ein paar Häuser nur, liegt auf der Höhe. Der Weg dorthin lohnt sich.
  
In eine andere Welt tauchen Sie in, wenn Sie Anduze auf der rechten Gardonseite in Richtung Corbès verlassen. Nach sechs, sieben Kilometern geht es vor einer Linkskurve steil bergab. Unten fahren Sie auf einer etwas abenteuerlichen Brücke über den Gardon und können, wenn es nicht gerade ein hochsommerlicher Badetag ist, meist gleich rechts parken. Hinter sich sehen Sie dann die alte Papiermühle, die Moulin de Corbès mit dem immer noch funktionstüchtigen hölzernen Wasserrad. Wenn Sie ein paar Schritte dem Gardonlauf folgen - allerdings sollten Sie schon hinter das Stauwehr gehen -, finden Sie ruhige und idyllischste Plätze zum Baden und für ein Picknick.

Heute nutzlos, aber noch in Betrieb

Vorsorglich haben Sie sich ja auf dem Markt mit allem notwendigen eingedeckt: Baguette, Rosé (der im Fluß schön kühl bleibt), Tomaten, eine Wildschweinsalami, etwas Ziegenkäse. Zwei Gläser, bloß keine Plastikbecher!, und ein Laguiole-Messer (alles über das berühmte Messer hier), ganz wichtig eines mit Korkenzieher, haben Sie ja hoffentlich ohnehin immer im Auto. Wenn Sie zu den Männern gehören, die ihre Taschenmesser immer verlieren oder irgendwo liegenlassen, kaufen Sie sich gleich zwei oder drei im Zeitschriftenladen, da wo Sie dann in die Altstadt hochgehen.

Wenn Sie nur so, also ohne Picknick und Messer, unterwegs sind, bleibt die Empfehlung für das Restaurant "La Rocaille" direkt auf dem Marktplatz;hier ein 2-Minuten-VIDEO über den schnellsten Ober der Welt
. Ob es dann danach noch zu einer auch noch so kleinen Wanderung kommt, wage ich allerdings zu bezweifeln.

Bleiben noch die bis zu Vasen zu erwähnen, die ein Töpfer namens Boisset im 16. Jahrhundert auf dem Markt in Beaucaire sah; allerdings gelang es ihm nicht, die Medici-Vase eins zu eins zu kopieren. So entstanden die Boisset-Vasen, die noch heute in Anduze hergestellt werden. Ludwig XIV. hat die Boisset-Originale, die immer wieder als Fälschungen angeboten werden, in zahlreichen Orangerien und Zitronengärten seiner Schlösser aufstellen lassen.

 

 

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Freitag, 28. Juni 2024

Stevenson: Eine störrische Eselin und fluchende Damen


Stevenson auf einem Gemälde von John Singer Sargent, 1887
Der extrem harten Winter von 1709 ließ in den Cevennen nahezu alle Kastanienbäume erfrieren ließ sich viele Bauern für die schnell wachsenden Maulbeerbäume entscheiden. Als Robert Louis Stevenson seine „Reise mit dem Esel durch die Cevennen“ machte - so der Titel seines Buches -, wanderte er kilometerlang an Maulbeerbäumen vorbei.

Heute haben die Kastanien wieder etwas an Bedeutung gewonnen. Manche der im 17. und 18. Jahrhundert mühsam terrassierten Anbauflächen in Höhen zwischen 400 und 800 Metern werden zu neuem Leben erweckt. Selbst die Schilder, daß das Sammeln bei Strafe verboten sei, werden schon wieder häufiger.

Cevennen im Frühjahr
Einsam sind die Cevennen, ein ideales Wandergebiet, das sich der Schotte Stevenson auch aussuchte, um seinem Liebeskummer zu entfliehen. 1878 begann er seine Wanderung von Monastier nach Saint Jean. Zwei Jahre zuvor hatte der spätere Autor der „Schatzinsel“ und von „Jekyll und Hyde“ Fanny Osbourne kennen gelernt. Zunächst hatte sich Stevenson für deren achtzehnjährige Tochter interessiert, die ihm altersmäßig auch näher stand als die Mutter. Doch wie es so geht...Die verheiratete Amerikanerin war nun auf dem Weg in die Vereinigten Staaten, um sich scheiden zu lassen. So ganz glaubte Stevenson nicht daran, daß sie für ihn zurückkehren würde.

Die schöne Salomé (rechts)
Sein Frauenbild während der 14tägigen Wanderung wird geprägt von der Eselin Modestine und den scheinbar ständig fluchenden Bauers- und Wirtsfrauen.
„Meine Wirtin, die jung und hübsch war, sich wie eine Dame kleidete und das Patois wie eine Schwäche mied, wendete sich an ihr Kind im Sprachgebrauch eines betrunkenen Bauernlümmels.“

Andere könnten trotz ihrer Frömmigkeit fluchen wie Sir Toby Belch, der es darin in Shakespeares „Nacht der Könige“ schon zu einiger Meisterschaft gebracht hatte.

Stevenson hatte sich eine Eselin für die Reise ausgesucht, weil er das Pferd „unter den Tieren für eine Art feine Dame“ hielt,

„kapriziös, scheu, wählerisch beim Fressen und von zarter Gesundheit“.
Nicht bedacht hatte er dabei den starken Willen der Eselinnen oder besser deren Starrsinn. Nur mit Schlägen bekam er das Tier in den ersten Tagen voran, aber
„als würdiger Engländer ging es mir gegen den Strich, meine Hand roh gegen ein Frauenzimmer zu erheben“.
Es ging aber offensichtlich nicht anders.
Alles vom Brotbaum der Cevennen: Mehl, Sirup,
Marmelade, Mehl, Brot
„Das Geräusch meiner eigenen Hiebe machte mich ganz krank. Als ich ihr einmal ins Gesicht sah, hatte sie eine leise Ähnlichkeit mit einer Dame meiner Bekanntschaft, die mich einst mit Güte überschüttet hatte.“
Und das trug noch zur Steigerung seines eh schon schlechten Gewissens bei.

Nach 14 Tagen hatte Stevenson seine Wanderung in Saint Jean du Gard beendet, viele seltsame Menschen kennen gelernt und für ihn das Wichtigste: Fanny kam ein paar Monate später zurück – geschieden.

Die schöne Salomé können Sie, hier der Link, im Hameau Le Luziers, das gehört zu Mialet, überzeugen, daß sie eine Tour mitmachen soll;
sie ist allerdings auch kapriziös und wählerisch.

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Viel mehr zu Stevensen, seiner Reise und dem Midi in meinem Buch "Durch den Süden Frankreichs" (700 Seiten, über 1.000 Bilder), das ich gerne signiert und portofrei zusende. Mail an manfred.hammes@web.de

So bewertet die FAZ: Eine „profunde Kulturgeschichte, glänzend formuliert, prachtvoll bebildert und vom Verlag wunderschön ausgestattet…die vielleicht fundierteste Darstellung zu diesem Thema, ganz gewiss ist es die am besten geschriebene“.

Professor Rainer Moritz, Leiter des Hamburger Literaturhauses, lobt im MDR die „hochinteressante Mischung aus Literatur, Kunst und Kulinarik“, und Martin-Maria Schwarz im HR „eine akribische Neuerkundung“. Zusammenfassend die Badische Zeitung: „Ein reiseliterarisches Meisterwerk“ und der NDR: „Ein ganz außergewöhnliches Buch!“