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| Meier-Graefe, Pinkus, Marcuse und König: Wer von uns hätte dieses Quartett nicht gerne zum Quintett erweitert? |
Sanary, in der Bar Le Nautique am Hafen: Da sitzen, noch recht früh an einem Vormittag im Mai 1935, der Kunsthistoriker, Schriftsteller und Beförderer der impressionistischen Malerei Julius Meier-Graefe, der Bankier, Musil-Mäzen und spätere Galerist Klaus Pinkus, der Philosoph und Literat Ludwig Marcuse und der vor allem als Portraitist bekannt gewordene Leo von König, langjähriges Vorstandsmitglied der Berliner Sezession. Jens Tremmel vom Literaturarchiv in Marbach danke ich für seine Recherche. „König malte sie alle“, formulierte der Sammler Lothar-Günther Buchheim, weil König auch NS-Größen und in dem Jahr, als dieses Foto entstand, die Goebbels-Töchter verewigte. Wie Buchheim an die 48 Bilder von König gekommen ist, die sein Museum von Dezember 2023 in einer monographischen Ausstellung zeigte, konnte bis heute nicht geklärt werden. Erfreulicherweise haben das Museum und die Erben des Freiherrn von König eine alle zufriedenstellende Einigung gefunden.
| Die Bar gibts noch heute gleich neben dem Kirchturm. |
Marcuse gehörte zu denen, die das Zusammensein mit Meier-Graefe besonders genossen. Anstrengend sei er gewesen, aber nie langweilig, einer, der immer Position bezog, entweder Ja oder Nein. Im München der Jahrhundertwende hatte er vor erlesenem Publikum – elegant „in tadellosem Frack und Monokel“ – den versammelten Honoratioren empfohlen, «einige würdige Schinken abzuhängen» und lieber Impressionisten zu kaufen. Seine Kompromißlosigkeit verstärkte sich noch im Alter, die "Unmilde des Greisenalters" nannte Marcuse das.
Viel mehr in meinem Buch "Durch den Süden Frankreichs". Signierte Exemplare von manfred.hammes@web.de
Aus den Rezensionen:
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