Der Südfranzose geht von einigen unerschütterlichen Grundwahrheiten aus. So kommt alles Gute und Wichtige, wie könnte es anders sein, aus dem Midi. Dazu gehört natürlich auch der Champagner, der wahre und ursprüngliche, etwa eine Blanquette de Limoux aus dem Haus Antech. Brut Classique steht auf der Flasche, aber aus rechtlichen Gründen nichts von Champagner.
Françoise Antech-Gazeaus betreibt mit ihrem Sohn Baptiste ein Weingut in siebter Generation. Die Blanquette gebe es seit 1531, erklärt sie. Und erst mehr als hundert Jahre später ist ein Mönch, nämlich jener Dom Pérignon, den wir viel eher mit Champagner in Verbindung bringen, bei einer Wallfahrt hierhergekommen. Und hier habe er das Verfahren kennen gelernt, sagt Madame: „Also ohne Südfrankreich kein Champagner!“
Tatsächlich war Dom Perignon aus Hautvillers in der Champagne zur Benediktiner-Abtei von Saint Hilaire gepilgert, die auf halbem Weg zwischen Limoux und Carcassonne liegt. Er wollte dort den Sarkophag des Missionars Saturninus besuchen.
Im Kloster von Saint Hilaire hatte Dom Pérignon sich mit dem Kellermeister, er selbst übte das gleiche Amt in Hautvillers aus, angefreundet und sehr genau beobachtet, wie der Wein bereits vor der abgeschlossenen Gärung auf Flaschen gezogen wurde. Durch die ansteigenden Temperaturen im Frühjahr fing der Restzucker wieder an zu gären, mit dem ungewollten Nebeneffekt allerdings, dass viele der Flaschen explodierten. Das sei der Vin du Diable lernte der Mann aus der Champagne, der, kaum dass er zuhause war, dickere Glasflaschen herstellen ließ und den Korken zunächst noch mit einer Schnur an der Flasche befestigte. Heute ist die Sicherung aus Draht und heißt Agraffe oder in Frankreich Muselet.
Viel mehr dazu in meinem Buch "Durch den Süden Frankreichs", das ich auch gerne signiert zusende: manfred.hammes@web.de



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