Dienstag, 9. Juni 2026

Vaison, Gigondas und das bemerkenswerte Hôtel Les Florets

Das Hôtel des Florets 1935 (oben links) und heute: Untypisches Frühstück.
Vaison ist einen früh begonnenen Vormittag und einen Besuch im Musée Théo Desplans wert. Ausgrabungsfunde sind in zahlreichen Häusern der Gegend verbaut, etwa das antike, mit Mosaiken ausgelegte Bad im Haus von Monsieur de Saint-Marcel, bis es diesem zu viel wurde. Dauernd klingelten Touristen und wollten sein Bad sehen, das komplett aus römischen Säulen und Mosaiken errichtet worden war. Der Eigentümer hat dann alles kurz und klein schlagen lassen und wieder in die Ausgrabungsstätte zurückgebracht. Ebenso waren die Mosaiken, schöne Tierbilder, beim Weinhändler Andreas Guigon kaum mehr zu erkennen. Wieder andere füttern bis heute ihre Tiere aus römischen Sarkophagen. Baumeister und Marmorschneider plünderten die alten Stätten, zersägten die Säulen und verwendeten beim Bau ihrer Häuser mit Vorliebe die großen Steine aus den römischen Gräberfeldern.

Der Nachmittag ist in Vaison wichtiger als der Vormittag, denn  der endet mit einem Mittagessen auf der schattigen Terrasse des «Hotel Les Florets» im Tal hinter Gigondas - wenn Sie denn rechtzeitig reserviert haben: 0033490 65 85 01. Seit Generationen ist man hier gut aufgehoben; seit 1960 sind Hotel und Restaurant in Famlienbesitz. Die Hausnummer 1243 in der Rue des florets sagt uns, daß wir rund 1,2 Kilometer ins Tal hinein fahren müssen, ehe wir das Hotel erreichen; die französischen Hausnummern berechnen sich vom Beginn einer Straße in Metern bis zum entsprechenden Haus.

Blick auf die Dentelles de Montmirail

Einen so wunderschönen Blick auf die Dentelles de Montmirail haben Sie hier, daß man sich die Wanderung dorthin gut ersparen kann. Anhand der Weinkarte läßt sich zudem ohne größere Anstrengung durch die Domainen von Gigondas und Vacqueyras spazieren, wobei beim Château Saint Cosme – die gleichnamige Kapelle lohnt ebenso – auf alle Fälle ein Halt eingeplant werden sollte. Viele der Zimmer des Hotels werden erst am späteren Nachmittag gebucht, nachdem ein solcher "Weinkarten-Spaziergang", wegen der diversen Degustationen, von der Tagesordnung gestrichen wird. Ruhiger, und in der Nebensaison dazu ausgesprochen preiswert, werden Sie kaum übernachten können. 

Völlig untypisch ist das Frühstück im Florets. Weit weg von einem Café au lait und einer Scheibe aufgebackenem Baguette wird hier alles aufgefahren, was das Herz begehrt; siehe Bild oben.

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