![]() |
| Mont Ventoux Steigungsprofil |
Wie früher die Maler des Lichts müssen heute die Fotografen dem Sturmwind dankbar sein. «Der Mistral fegt den Himmel rein, wehte die Schwüle, die Wolken fort», freute sich Wolfgang Koeppen über sein Glück. Das ist der richtige Tag, um auf den Mont Ventoux hinaufzufahren; wichtig vor allem, daß Sie sich nicht zu nahe am Straßenrand halten und das Steuer mal ausnahmsweise wirklich mit beiden Händen. Das gilt an solchen Tagen erst recht auf den Autobahnen, wo Sie aber ständig vor den «Vents violents» gewarnt werden. In der klaren Luft des Mistral «sind die Bäume sturmgepeitscht, Felder und Sträucher wie das erregte Meer».
Bereits in der Antike war der Mistral den Menschen ein furchterregendes Naturschauspiel. Der griechische Geograph Strabon nennt ihn «Melanboreas», schwarzer Nordwind, ein Begriff, der in der Dauphiné noch bis ins 19. Jahrhundert gebräuchlich war, als er überall sonst schon Mistral hieß. Der Name leitet sich her vom lateinischen magistralis, ein Meisterwind also.
![]() |
| Petrarca zwischen zerrissenen Mistral-Wolken |
Viel mehr in meinem Buch "Durch den Süden Frankreichs", das ich gerne signiert zusende: manfred.hammes@web.de



Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Ich freue mich auf Ihre Anregungen. mh