Montag, 2. Oktober 2023

Mit Kurzeck durch Uzès und Garrigue: Ein Erinnerungsbuch aus dem Wunderhorn Verlag

Wer die Autobiographie als literarische Form schätzt, der kommt natürlich an einem Mann nicht vorbei, den man schon als Radikal-Autobiographen charakterisieren muß, Peter Kurzeck also. Wir haben uns einige Male in Uzès getroffen, im „Oustal“ am Marktplatz und sind von dort die paar Schritte über den bunten Samstagsmarkt in seine Wohnung gegangen. Da war ihm dann gerade wieder mal etwas eingefallen, was er unbedingt in einem Text noch ändern musste.

Manchmal schrieb er kurze Stichworte auch nur auf die Rückseite der Tee-Rechnung des „Oustal“. Dass er das vor Jahren meiner Frau beim „Hausacher Leselenz“ versprochene Buch über seine Zeit im südfranzösischen Uzès nicht abgeliefert hat, hat sie mit viel Geduld und bis zu seinem Tod ausgehalten. Zum Glück, aber als leider viel zu wenig umfangreichen Ersatz, haben nun Günter Kämpf und Vilma Link-Kämpf im Heidelberger Wunderhorn Verlag das Büchlein „Peter Kurzeck in Uzès. Begegnungen, Geschichten, Bilder“ herausgegeben. Gerade mal 80 Seiten und ergänzt um einen zwanzigseitigen Anhang mit Briefen und Bildern aus dem Archiv von Kurzecks Tochter Carina. Der Journalist und Kurzeck-Kenner Norbert Schmidt hat mich darauf aufmerksam gemacht.

 Kurzeck nachdenkend spazierend und nachdenkend kurz vor einer weiteren Korrektur.sw-Foto aus dem Buch

Kämpf, der Gründer des Anabas Verlages hatte mit seiner Frau lange in einem kleinen Örtchen in der Nähe von Uzès gelebt. Die privaten Fotos im Buch zeigen sie als Kurzecks Freunde und, im wörtlichen Sinne, Weggefährten bei Spaziergängen durch die Stadt und in die Garrigue. Mehr von Kurzeck in Uzès hört, wer sich noch irgendwo die CD „Für immer“ besorgen kann, auf der er gut eine Stunde von Leben und Arbeiten in dem südfranzösischen Provinzstädtchen erzählt. Nachdem Kurzeck gestorben war, haben Kämpfs dessen Wohnung aufgelöst. Inzwischen ist ein Psychoanalytiker im Haus eingezogen.

Die Erinnerungen an den Autor sind aber nicht nur etwas für Kurzeck-Freunde und -Spezialisten, sondern bieten auch dem nicht literarisch Reisenden viele Anregungen. Es lohnt sich nicht nur wegen des beschriebenen Zusammenhangs zwischen dem Herzoghaus in Uzès und der Champagner-Dynastie Cliquot. Wer das Buch der Kämpfs gelesen hat, sollte dann mit Kurzecks Buch „Der vorige Sommer und der Sommer“ fortfahren; Lektürebeginn aber erst auf Seite 99. Es ist ein Werk, in das man immer wieder versinken kann, bestens mit einer Flasche Rosé an einem heißen Augusttag mit Blick auf die Ausläufer der Cevennen. Wer dieses Sommerbuch nur einmal liest, überliest zuviel. Denn da entsteht, anhand der x-fach überarbeiteten und dann endlich zum Druck freigegebenen Notizen des großen Romanciers, ein Bild des Midi, wie wir es vielleicht selbst schon einmal gespürt haben, es aber nicht aufschreiben oder ausdrücken konnten. Und doch kommt einem alles so bekannt vor.

Nicht jeder empfindet Spaß an einer Kurzeck-Lektüre und manche haben sich erst beim zweiten oder dritten Buch in seinen unverwechselbaren Stil eingelesen oder lassen es dann spätestens ganz. Ist ja auch viel Arbeit, wenn man die vielen Worte, die er weglässt, dazu denken muß, hätte Kurzeck schon nicht mehr geschrieben. Querlesen gilt nicht. Ehrlich ist er ja, der Autor, wenn er seine Freundin Sibylle sagen läßt: „Eigentlich schreibst du deine ersten Kapitel, um die Leser abzuschrecken!“ Das nicht, antwortet er, „nicht direkt. Aber sollen wissen worauf sie sich einlassen.“

Kurzeck, der 2013 mit siebzig Jahren und viel zu früh - vor allem für sich selbst und sein noch abzuarbeitendes Pensum - starb, war kein Schnellschreiber. Manchmal, so gesteht er uns, brauchte er eineinhalb Tage, um einen angefangenen Satz überhaupt zu Ende zu schreiben.

Hier ein Zitat, das sich so im Buch nicht findet, sondern auf fünf ganz unterschiedlichen Seiten verteilt ist. „Ich muß einen Moment beschreiben, auch wenn ich zehn oder zwanzig Jahre dafür brauche. Ich schreibe auf Papierservietten, Bierdeckel, Zigarettenschachteln, Tesafilm, Packpapier, Käseschachteln aus Spanholz und Schmirgelpapier. Lesen, korrigieren, umschreiben, dann Notizen sortieren und auf bessere Zettel übertragen. Nach und nach wird aus den Zetteln ein Anfang. Lesen, ändern, dazu schreiben, bis man es kaum noch lesen kann und nächstens bald wieder abtippen muß. Manchmal muß ein Freund mit einer Lupe meine Notizen entziffern. Jeden Abend eine neue Reinschrift.“ 

Mit dem Buch der Kämpfs in der Hand (oder schon im Kopf) erschließen sich Uzès und dessen Umgebung ganz anders, als man das von den üblichen touristischen Reiseführern gewohnt ist.


Günter und Vilma Kämpf: Peter Kurzeck in Uzès - Die Stadt und die Wohnung, Begegnungen, Geschichten, Bilder. Wunderhorn, Heidelberg 2023, 20 Euro








Sonntag, 1. Oktober 2023

Sehnsuchtsort mit Wach-Hahn: Birgins Haus im Midi

Wer sich seinen Traum vom eigenen Haus im Süden Frankreichs erfüllen will, sollte vorher dieses Buch gelesen haben. Wenn Sie dagegen eine Ausbildung zum Maurer und Dachdecker, zum Landschaftsgärtner, Elektriker und Schreiner haben und zudem perfekt französisch sprechen, dann brauchen Sie es nicht unbedingt – aber nur dann.

Jeder „normale Mensch“ aber kann sich viel ersparen. Bei Makler und Notar und auch bei der Bank; zum Beispiel, daß es nicht genügt, die Kaufsumme auf dem Konto zu haben, sondern daß man manchmal auch noch eine Bereitstellungsgebühr bezahlen muß, um ans eigene Geld zu kommen. Dann die Erfahrungen mit Handwerkern, die im Einzelfall dazu führen können, daß für den Einbau einer Zentralheizung dann doch der deutsche Heizungsinstallateur beauftragt wird, der das alles perfekt und in drei Tagen erledigt. 

Meist aber waren Marie und Axel Birgin, die dort wohnen, wo das Navi seinen Dienst versagt, mit ihren französischen Handwerkern bestens bedient. Gerade bei der Renovierung alter Häuser ist deren Kreativität immer wieder hilfreich; an das manchmal etwas andere Zeitempfinden hat sich Birgin im Nachhinein gewöhnt und kann inzwischen mit Humor darüber hinwegsehen. „Sie hatten garnicht gesagt, daß das dieses Jahr fertig werden sollte.“

Die Geschichten, die Marie und Axel erzählen können, hätten durchaus auch für weitere zweihundert Seiten gereicht. Mal sehen, ob ein weiterer Band folgt? 


Aus der Tanne wurde der Wach-Hahn am Eingang. Bild AB

Bis dahin werden in dem Haus - das in der Nähe von Pont Saint Esprit liegt, also in guter Lage zu den Hauptsehenswürdigkeiten von Provence und Languedoc - unterschiedliche Seminare angeboten: Qigong, Ayurvedische Massage/Ernährung sowie eine Anleitung zum „Sitzen und Schauen“. 

"Schauen lernen" - zum Beispiel auf den Mont Ventoux. Bild AB

Die Gite (mit Pool) gleich nebenan bei den Nachbarn bietet 6 Doppelzimmer mit Dusche und Toilette. Und ganz beruhigt, da selbst schon genossen, kann ich die von Marie gezauberten Menüs empfehlen. Kontakt: axel@birgin.de

Komplizen (mit gleicher Schuhgröße?)


 

 

 

 

Axel Birgin: Sehnsuchtsort und     Ankerpunkt, Norderstedt, BoD, 2023, 22,60 Euro im Buchhandel

Sonntag, 21. Mai 2023

Capitaine Blanc und Autor Rademacher in Bestform

Nein, es geht nicht um Boule - höchstens um Boule mit Eiern von Dinosauriern.

Capitaine Roger Blanc, den sich der Roman-Autor Cay Rademacher ausgedacht hat, darf nun zum zehnten Mal auf Verbrechersuche. Diesmal an Cézannes Berg, dem Montagne Sainte Victoire. Nicht unerwartet ist Blanc, um im Bild zu bleiben, wieder siegreich und das sogar in einem letztlichen Alleingang, der beinahe schief gegangen wäre. 


Das Buch liest sich so spannend und leicht, daß man manchmal die Recherche-Arbeit vergisst, die gerade auch hinter einem Kriminalroman stecken sollte und die es bei Rademacher auch tut. Von den Fossilien-Fundorte in der Nähe von Aix-en-Provence bis zu den Toten und Zerstörungen, die es gab, als der Staudamms von Malpasset gebrochen ist und sich eine 40 Meter hohe Wasserfront auf Fréjus zustürzte…alles ist nachzuprüfen.

Hält der Staudamm von Bimont? Der von Malpasset jedenfalls nicht. Hausgroße Trümmerteile auf dem Weg ins Tal und viele Tote, die bis ins Mittelmeer abgetrieben wurden.

Und natürlich der lebhafte Handel, den die Fossilienjäger aus den Hochschulen mit ihren Funden betreiben. Der berühmte Tyrannosaurus rex, ausgerechnet Tristan wurde er getauft, der sich im Berliner Naturkundemuseum befindet, gehört einer Privatperson – nur eine Leihgabe also. Das Auktionshaus Christie’s hat kürzlich einen ganzen T-Rex für fast 32 Millionen Dollar versteigert und die Kollegen von Sotheby’s nur deine Schädel für 6 Millionen.

Ohne ein Zwillingspaar wäre es schwer gewesen, die Handlungsstränge Staudamm-Gutachten und Dino-Ausgrabungen zu verknüpfen. Wird der Ingenieur ermordet, weil er mit seinem Zwillingsbruder-Paläontologen verwechselt wird? Der Blog, in dem Wanderwege abseits der gewöhnlichen Touren beschrieben werden, schickt den Blogger auf seine letzte Wanderung. Kaum jemand, der nicht verdächtig ist. Und was hat es mit mit dem alten Spielzeugauto, das dem Capitaine Blanc so ans Herz gewachsen ist?

Gut möglich, daß der Mörder auf diesem Bild zu sehen ist. Foto: La Provence.
 

Nur das wundert mich: Der Capitaine entspricht dem deutschen Polizeihauptkommissar und es ist schon eine Schande, dass Capitaine Blanc mittlerweile, trotz seiner zehn bravourös gelösten Fälle immer noch nicht befördert worden ist. Commandant (Erster Polizeihauptkommissar) oder Commissaire de Police (Polizeirat) sollte er inzwischen doch schon sein und damit die bei der Polizei durchlässige Grenze vom gehobenen in den höheren Dienst geschafft haben. Aber vielleicht haben da seine ehemalige Geliebte, die Untersuchungsrichterin und deren Immer-Noch-Mann aus dem Ministerium etwas dagegen?

Trösten kann sich Blanc mit seinem Kollegen Maigret. Der war und blieb Kommissar bis zur Rente.






Donnerstag, 23. März 2023

Ein Fontaine-Krimi für alle Jahreszeiten

Die Kriminalromane von Liliane Fontaine zu lesen sind wie in den Süden Frankreichs nachhause zu kommen. Man kennt die Richterin Mathilde, die auf dem feudalen Weingut lebt, ihre Haushälterin Odile und ihren Kommandant Rachid Bouraada, mit dem sie (jetzt endlich)aber erwartungsgemäß zusammen ist. Man kennt die Stadt, von der Arena über den Endpunkt der römischen Wasserleitung, die von Uzès nach Nîmes führte bis zum relativ neuen archäologischen Museum de la Romanité. Und leicht folgt man den Wegen der Opfer und Täter durch die Stadt und ihre Parks. 
 
 
Warum der drogensüchtige Mann erschossen wird, der gerade aus Chile angereist war, klärt sich langsam auf. Und nur die Ärzte sind nicht überrascht, daß Valerie Savigny stirbt, denn jahrelang hatte sie im Koma gelegen. Für die Richterin und ihren Kommandanten gehört das ebenso zum Fall wie das wertvolle Bild des Pointillisten Henri Edmond Cross. Viel mehr Hinweise seien an dieser Stelle nicht gegeben, um nichts zu verraten. 
Nicht ganz das gestohlene Bild, aber doch Zypressen aus Cagnes
Selbstportrait von Henri Edmond Cross
 
Wie immer ist der Leser in die Ermittlungen eingebunden und kann sich selbst testen, ob seine Kreativität mit dem Gespür der Untersuchungsrichterin in die gleiche Richtung läuft oder man selbst da nicht doch auf einem Irrweg ist – was Mathilde de Boncourt durchaus auch einmal passiert.

Wer aber sich nicht als Krimi-Leser outen möchten, könnte durchaus sagen, er habe sich bau- und kunstgeschichtlich weitergebildet, denn die Lektüre macht fit etwa über die Site Vauban, die gar nicht von Vauban erbaut wurde; sie macht auch fit für Signac, neben Seurat der wichtigste Maler des Pointillismus.

Fort Vauban um 1890. Heute Teil der Universität
 

Das Bild von Cross taucht in einer hochpreisigen  Galerie in Nîmes auf, deren Inhaberin von Anfang an das Gefühl hatte, das Bild müsse in einem der internationalen Diebstahlsregister zu finden sein. Wie nicht anders zu erwarten wird der Fall gelöst, spannend, schlüssig und etwas unerwartet. Aber wie vielleicht anders zu erwarten, wird es in Nîmes anfangen zu schneien. Jedenfalls wenn die Richterin ihrem nach einer Schusswunde wetterfühligem Oberschenkel vertraut. Mit dieser letzten Szene aus dem Buch wird nicht zuviel verraten. Es liest sich gut in allen Jahreszeiten.

Freitag, 15. Juli 2022

Nîmes: Jardin de la Fontaine und der Dichter-Bäcker Jean Reboul

Besuchen wir den Jardin de la Fontaine in Nîmes. Schon die Schriftstellerin Sidonie Gabrielle Colette, deren Vornamen fast überflüssige Anhängsel waren, immer war sie nur „die Colette“, ließ sich von den Gärten bezaubern.

„Wir stoßen das schwarze, goldverzierte Gittertor auf, und die Welt verändert sich. Ein Frühling empfängt uns, so märchenhaft schön, daß man jeden Augenblick fürchtet, er könnte versinken oder sich in Dunst auflösen. Der Springbrunnen, wo ein herrisches, grünes Wasser braust, klar, dunkel, blauschillernd wie eine Schlange.“ 
Auch Alfred Kerr, der Essayist und Kritiker, ist durch den Garten hoch spaziert zur Tour Magne und findet diesen Blick auf die Stadt weit beeindruckender als den vom römischen Monte Pincio.
Tour Magne oberhalb des
Jardin de la Fontaine
„Bei Nîmes erhebt sich ein Hügel am Rand.
Dort sieht man selig nieder
über versonnenes Sonnenland
mit Judasbäumen, Mimosen und Flieder;
Tourmagne! Was für ein bunter Segen!
Der Pincio ist ein Hund dagegen.“ 
 Von diesem Turm, über dessen Entstehungsgeschichte lange gerätselt wurde, der aber wohl einer der Wachtürme der römischen Stadtbefestigung war, hat man einen weiten Blick auf die andere Seite der Rhone: HIER in einem kurzen FILM von Valpard.

Beinahe wäre es seit 1601 mit der Aussicht vorbei gewesen. Am Turm zeigten sich überall Risse und er drohte einzustürzen. Ein Gärtner und Amateurarchäologe hatte aus Weissagungen des Nostradamus geschlossen, daß im Fundament des Turmes ein riesiger Schatz verborgen sein müsse.

Daraufhin interessierte sich sogar Heinrich IV. für Schatz und Gärtner, erteilte diesem eine Grabungserlaubnis, die allerdings privat zu finanzieren war und der Krone zwei Drittel des Erlöses sicherte. Gefunden wurde jedoch nichts.

Gegenüber dem Tempel der Diana, in dem auf die Namensgeberin nichts mehr hinweist, steht das Denkmal für den Bäcker Jean Reboul, das ihm

Oase inmitten der Stadt mit der Statue des berühmten Bäckers und Dichters
aber nicht für besonders wohlschmeckende Baguettes errichtet wurde. Er wurde durch ein einziges Gedicht berühmt: L‘Ange et l‘Enfant. Viele Nîmes-Reisende, angefangen von Alexandre Dumas über Frédéric Mistral bis hin zu Hans Christian Andersen haben ihn in der Rue des trois Maures wegen seiner Zeilen über den Engel und das Kind aufgesucht.

„In Nîmes wohnt der Bäcker Reboul, der die allerliebsten Gedichte schreibt. Ich fand das Haus, trat in die Bäckerei ein und wandte mich an einen Mann in Hemdsärmeln, welcher eben Brot in den Ofen schob; es war Reboul selbst; ein edles Antlitz, welches einen männlichen Charakter ausdrückte, grüßte mich. Er bat mich, ihn am Nachmittag zu besuchen, dann würde er mich besser empfangen können. Als ich wiederkam, fand ich ihn in einem fast eleganten kleinen Zimmer, das mit Gemälden, Statuen und Büchern geschmückt war, die letzteren nicht nur aus der französischen Literatur, sondern auch Übersetzungen der griechischen Klassiker. Ein Bild an der Wand stellte sein berühmtestes Gedicht, ‚Das sterbende Kind‘, dar. Hatte ich ihn am Morgen als den betriebsamen Bäcker gesehen, so war er jetzt ganz der Poet.“ Soweit Andersen, aber die Besuche müssen immer irgendwie gleich abgelaufen sein.

Auch Alexandre Dumas betrat am Vormittag das Geschäft. „Sie sind doch wohl gekommen, um den Dichter zu besuchen und nicht den Bäcker“, begrüßte ihn Reboul. Und fuhr fort: „Wenn Sie Brot wollen, bleiben Sie, es ist besonders gut, aber wenn Sie Verse wollen, kommen Sie um fünf Uhr wieder, dann kann ich Ihnen ein paar schlechte geben.“


Der Tod seiner Frau, über den er nie hinweg kam, hatte Reboul zum Dichter werden lassen, wie er Dumas gestand. Zu der Zeit hatte Reboul in ganz Frankreich einen Ruf, der jeglichen Adress-Zusatz auf die an ihn gerichteten Briefe überflüssig machte: „À Monsieur Reboul, poète et boulanger“; Dichter und Bäcker, das genügte, nicht einmal Nîmes war mehr erforderlich.

Freitag, 1. Juli 2022

Besonders frisch: Fische mit Glasaugen

Solange der Fischreiher noch auf einen Diebstahl aus ist, ist alles frisch.

Bei den allermeisten Restaurants in Küstennähe müssen wir uns keine Sorgen darum machen, ob die Fische, die auf den Teller kommen, tatsächlich frisch sind; meist werden sie morgens am Hafen, sei es in Sète, in Grau-du-Roi, Marseille oder Antibes angelandet. Wenn man an Markttagen etwas weiter ins Landesinnere kommt, dann gilt es schon eher aufzupassen. Die Hausfrauen wissen Bescheid und suchen nach dem Fisch mit dem „klaren Blick“. In einem der ersten Bücher über „Die Provenzalische Küche“, Jean-Baptiste Reboul hat es geschrieben und schon Frédéric Mistral hielt es in seiner Küche für unentbehrlich. Genauer gesagt hielt er es unentbehrlich für seine Mutter, denn er war alles andere als ein Küchenmann.

Frisch auch immer am Quai des Belges in Marseille
„Gewölbt, klar und sprühend“, so beschreibt Reboul die Augen der Fische, die er selbst kaufen würde. „Eingesunkene, trübe und verschleierte“ Augen verwiesen auf einen „poisson avancé“, mit dem man vielleicht noch seiner Katze eine Freude machen könne oder den Ratten im Dorf. Die klaren Augen waren für den Kochbuchautor so wichtig, weil dieses Merkmal von den Händlern am wenigsten zu beeinflussen sei. Natürlich besprühten diese den Fisch mit Wasser, legen ihn, wenn es gut kommt, auf Eis und geißeln ihn mit Bünden frisch ausgerissener Zitronenmelisse; schon sei der Geruch sei übertüncht.

Ernst Jünger hat einen kreativen Trick des Fischers Riccardo aus Antibes beschrieben. Für Jünger, 1895 in Heidelberg geboren und unter anderem Student der Zoologie, war es beruhigend zu wissen, daß Riccardo seinen Trick nur bei den Feriengästen aus Paris zum Einsatz brachte. Seinen unverkäuflichen Fischen, deren Augen am zweiten Tag weiß und nachmittags milchig wurden, drückte er die Augen aus, setzte ihnen Glasaugen ein und verkaufte sie an die Feriengäste. Etwas aufwendig war nur, dass er jeweils anbieten mußte, die Fische zu liefern und in der Küche der Gäste auch gleich auszunehmen. So nahm er ihnen „beim Ausweiden auch die Augen zu fernerer Verwendung wieder fort. Dessen rühmte er sich beim Wein als einer verdienstvollen Tat und wie ein Mann, der sein Licht nicht unter den Scheffel stellt.“ 

Woraus wir immerhin lernen, daß auch die Augen der Fische wachsam betrachtet, am besten erfühlt werden sollten.

Freitag, 24. Juni 2022

Wieder mal in Izzo's Bar des Maraîchers


Hassan, kurz vor seinem Tod fotografiert von Norbert Schmidt
Auch nach dem Tod von Hassan, das war schon im Jahr 2009, gehört die Bar des Maraîchers zu den angesagtesten Treffpunkten des La Plaine-Viertels. Wer, animiert durch den Namen, an einen Gemüsegärtner denkt, vertut sich. Wer an eine chice In-Bar mit Tapas oder Wein denkt, ist hier ebenso verkehrt wie diejenigen, die auf Rock oder Reggae hoffen, damit man sich nicht unterhalten muß. Hier singt Brassens immer, Brel oft und Ferré manchmal; hier wird Pastis immer getrunken, Bier oft und eine Coca ausnahmsweise.

Links oben wie immer: Ferré, Brel, Brassens
Das Bild aus dem berühmten Radio-Interview der drei Chansoniers , das man heute immer noch überall nachhören oder sogar ansehen kann, hat Hassan ganz zu Anfang an die Wand gehängt. Das hängt es noch immer und führt, wenn der Rahmen leicht zur Seite bewegt wird, quasi den Nachweis, daß die Bar seitdem nicht mehr gestrichen wurde.
Ein Freund von Hassan aus jener Zeit ist Hakim Hamadouche. „Das war schon mutig damals hier diese drei singenden Dichter in den Mittelpunkt zu stellen“, erklärt er Malika Moine, eine Studentin der Marseille Street School, die gerade für ihren ersten Artikel im Nuit Magazine recherchiert. Da sie im Vorfeld ordentlich recherchiert hat, protestiert sie auch nicht gegen den Mauresque, den Hassans Nachfolger Serge ihr ungefragt hinstellt. Das ist etwas zarte Version des Pastis, bei der ein Schuß Mandellikör dazu gegeben wird.

Ein Absinth-Rezept, das die französischen Soldaten nach 1830 und der Eroberung und Kolonialisierung Algeriens aus Nordafrika mitgebracht hatten und dabei aber an etwas ganz anderes dachten. 75 Millionen Francs hatte der Feldzug gekostet. Der


Mauresque heute und die Träume der Legionäre: Jeune Mauresque et femme Kabyle
französische Staat konfiszierte deshalb den Staatsschatz, der fast das Doppelte dieser Summe betrug und schickte Hussein III. Dey, den letzten Herrscher des Osmanischen Reiches, ins Exil.

Der Berliner Islamwissenschaftler und Historiker Ulrich Haarmann hat sich auf die Spur dieses Geldes gemacht. Nur 40 Millionen kassierte der französische Staat, 60 Millionen kamen zwar bis Paris; dort verlor sich ihre Spur. Und 50 Millionen schafften es nicht einmal in die französische Hauptstadt, sondern gingen irgendwo zwischen Algier und Marseille an irgendwen.

Nach der ersten Eroberung Algiers war es vorrangig die 1831 gegründete Légion étrangère, die die von beiden Seiten mit Massakern unter Zivilisten, mit Folter und Vergewaltigungen geführten Guerillakämpfe in Nordafrika im Namen des französischen Volkes bestritten. Seit 1843 bis nach dem Zweiten Weltkrieg war die Stadt Sidi-Bel-Abbès der Hauptsitz der Fremdenlegion, der dann nach Aubagne bei Marseille verlegt wurde.

Freitag, 17. Juni 2022

Sauve und Le Vigan: Chamson und Kamisarden

Wenn man weiter in die Cevennen hineinfährt empfiehlt sich ein Gang durch das mittelalterlich Sauve, das uns die Umgehungsstraße geradezu unterschlagen möchte. Die häufigen Hochwasser der Vidourle
Sauve mal ohne Hochwasser
bestimmen den ersten Eindruck von der Stadt, schlanke Häuser auf den Felsen, die ihre unterste Fensterreihe teilweise erst in einer Höhe von zehn Metern haben. Im Haus mit den beiden Rundtürmen lebte in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts der Schriftsteller Jean-Claris de Florian, dessen bekanntestes Werk die „Plaisirs d’armour“ sind.

Zwischen Quissac und Sauve befindet sich, ein paar Kilometer in die felsige Garrigue hinein, das Schloß Forian, in dem der Schriftsteller zur Welt gekommen ist. In der Revolution von 1848 wurde es zerstört und später wieder aufgebaut. Das ehemalige Kapuzinerkloster haben die Bewohner des Städtchens ebenfalls zum Schloß erhoben und es nach der russischen Familie, die es im 19. Jahrhundert restaurierte und bewohnte, „Château russe“ getauft.

Das von Pierre Gagnier verfasste Heft über Sauve - für 50 Centimes d’Euro im Offfice de Tourisme - verschafft einen guten Überblick und stellt die zahlreichen Gebäude in ihren historischen Zusammenhängen dar.

Aus Le Vigan stammen die Vorfahren André Chamsons und in den Cevennen verbrachte er auch seine Kindheit. Wir sind jetzt in einer Gegend



unterwegs, in der man sich manchmal bestätigen muß, dass man noch im Süden Frankreichs ist: Hohe Kastanienwälder, Tannen, enge Täler, Schnee bis ins Frühjahr und winterglatte Straßen lassen an den Schwarzwald denken. Im Musée Cevenol werden Leben und Werk von André Chamson in einem eigenen Saal gewürdigt, ähnlich lieblos, wie das Uzès mit André Gide tut. Als Saint-André läßt sich der Ort in Chamsons Werken wiedererkennen. Viele, auch neuere Bücher über die Kamisardenkriege finden sich hier.

In Deutschland sind die eher älteren Datums, wie Ludwig Tiecks Werk „Aufruhr in den Cevennen“ oder Gertrud von Le Forts „Turm der Beständigkeit“. Chamson, der aus einer protestantischen Familie stammt, hat viele Geschichten über den Kampf der Kamisarden gegen die zentralistische Königsgewalt geschrieben. „Castanet, der Kamisarde vom Mont Aigoual“ ist neben „Superbe“, der Großartigen, seine bekannteste Figur.


Freitag, 3. Juni 2022

Cannes: Viele Adelige und der Selbstmörder Klaus Mann

Cannes: Postkartenmotiv der Croisette von 1933
Schon früh wurde die Côte d'Azur ein magischer Anziehungspunkt, vor allem für „le monde“, die Leute von Welt, die sich genau für deren Mittelpunkt hielten. Es gehörte sich einfach, drei, vier Monate des Jahres in Cannes oder Nizza Hof zu halten. Allerdings könnte man den Eindruck gewinnen, als seien die Kranken und die Heiratswilligen in der Überzahl.

„Fürsten, Fürsten, überall Fürsten! Glücklich, wer Fürsten liebt. Kaum hatte ich gestern morgen den Fuß auf die Promenade de la Croisette gesetzt, als ich dreien von ihnen begegnete, einem hinter dem anderen. In unserem demokratischen Lande ist Cannes die Stadt der Titel geworden.“
Guy de Maupassant hatte sich in seinem Tagebuch von 1888, das später unter dem Titel „Auf dem Wasser“ auch in deutscher Sprache erschien, noch vornehm zurückgehalten.

Bei anderen war das weniger der Fall, bei Prosper Mérimée zum Beispiel, den vor allem die Vielzahl der

„unverheirateten und unverheiratbaren englischen Fräuleins“
faszinierte, die sich hier zusammengefunden hätten.
„Eine Ansammlung von flachsblonden Haaren und langen Zähnen.“
Das Carlton
Mérimée wurde in diesenPassagen seiner Briefe zum spöttischen Beobachter vor allem der englischen Kolonie.

Man kam nach Cannes, „weil man die Kaiserlichen und Königlichen Hoheiten liebt“. Die seien dort fast unter sich und regierten, „in Ermangelung der Königreiche, derer man sie beraubt, friedlich in den Salons, die ihnen treu ergeben sind“.

Die ZANZI-Bar. Einen Tag
vor seinem Selbstmord war
Klaus Mann zu Gast und
suchte seinen Louis.
          Bis zu sechzig Angehörige ausländischer Königshäuser waren zwischen 1880 und 1930 jedes Jahr in Cannes zu finden. „Man begegnet ihnen in großer und kleiner Ausführung, arm und reich, traurig und vergnügt - für jeden Geschmack etwas.“

Kurt Tucholsky ertappte sich dabei, daß auch er beinahe über das „Deauville des Mittelmeers“ geschrieben hätte. „Hier wogen die in leichte Gewänder gekleideten Damen und bewegen sich zierlich...,“ aber um das festzustellen habe die Vossische Zeitung ihn sicher nicht nach Fankreich geschickt, bekommt er gerade noch die Kurve und fragt:
„Wie sieht die Existenz eines Zimmerkellners in der Hochsaison aus? Was denken diese Leute? Wie arbeiten sie? Und unter welchen Bedingungen?“

Die Madonna wacht über der Altstadt und dem Hafen
Und formuliert abschließend eine frühe Anregung an Günther Wallraff.
„Warum nimmt niemals einer von uns für ein paar Monate die Arbeit eines Stewards, eines Kellners, eines Bedienten an und schildert die Welt einmal von da aus?“
Das seien die Bücher, die nicht geschrieben würden.


Sonntag, 29. Mai 2022

(Wieder mal) Pflichtlektüre für Provence-Krimi-Fans: Cay Rademachers „Geheimnisvolle Garrigue“ und „Die Richterin und der Tanz des Todes“ von Liliane Fontaine

Aufführung "Mireille" in der Arena von Nîmes...

Das sind mal Tatorte! Liliane Fontaine lässt ihre Flamenco-Tänzerin auf der offenen Bühne der Arena von Nîmes sterben und Cay Rademacher die Freundin eines Polizisten am Schiffstunnel von Rove verschwinden. Zwei spannende Geschichten, die für die Ermittler aber jeweils mühsam anlaufen. Einmal zu viele, einmal zu wenige Verdächtige – beides gleich schlecht.

...und ein riskanter Besuch im Tunnel von Rove/ Marignane.

An sich müßte ich mich ja für befangen erklären: Der Dumont Verlag zitiert auf der vierten Umschlagseite aus meiner Rezension über Rademacher „Schweigendes Les Baux“ und Fontaine verweist (Seite 59) auf meinen Blogbeitrag über die Pestmauer von Lagnes http://lustaufprovence.blogspot.com/2021/05/eine-pestmauer-quer-durch-die-provence.html

Darf ich jetzt die beiden Titel nicht mehr empfehlen? Doch – und wie! Eine Autorin und ein Autor, die Südfrankreich inhaliert haben und uns in ihren Büchern in den Midi verführen.

Beste Lektüre für die Einstimmung auf den Midi - gerne auch mit Champagner!

Von daher beginne ich gleich mal mit Rademachers Hinweis am Ende des Buches: Suchen Sie diesen Ort bitte nicht auf. Wahrscheinlich würden Sie nicht gerade ermordet, weil kaum jemand sich noch in den Tunnel hineintraut, aber genug Stellen, an denen Sie sich den Hals brechen können, gibt es trotzdem. Wer es dennoch nicht lassen kann, sollte wenigstens keine Zigarette ins Wasser werden, denn giftige Zersetzungsgase wie Methan sind dort in brennbarer Konzentration vorhanden. Es könnte im wahrsten Sinne des Wortes „die letzte Zigarette“ werden.

Dieser längste Bootstunnel der Erde ist heute noch in Teilen zugänglich, aber der 2 Meter schmale Gehweg ist an vielen Stellen eingebrochen. 1927 mit großem Pomp eröffnet, brauchte der damalige französische Präsident Gaston Doumergue auf einem Schnellboot der Kriegsmarine gerade mal 35 Minuten, bis er die Entfernung zwischen Marseille und dem Etang de Berre zurückgelegt hatte. Die französische Presse vergleicht den Tunnelbau mit dem der Pyramiden in Ägypten. Nur, ganz so lange hat er nicht gehalten, 1963 ist der Tunnel auf eine Strecke von 200 Metern eingestürzt.

Rademacher schrieb das Manuskript - für mich etwas zu sehr - unter dem Eindruck der Covid-bedingten französischen Ausgangsverbote. Ärzte, die mit Tauchermasken von Decathlon durch die Krankenhäuser eilen und Desinfektionsmittel, die von der Polizei bewacht werden mußten und die man deshalb im Polizeirevier aufbewahrte. Inzwischen hat Macron Covid in Frankreich ja kurz vor seiner Wiederwahl „abgeschafft“ und damit sicher wesentlich zu seinem Erfolg beigetragen.

Junge Frauen verschwinden, nur ein linker Schuh wird gefunden. Genau wie vor 23 Jahren. Und damals hat man den Täter nicht gefasst. Sind Sie allerdings klaustrophobisch veranlagt oder haben gar eine Tunnelphobie, dann lesen Sie den neuen Südfrankreich-Kriminalroman von Cay Rademacher besser nicht. Für alle anderen: Kaufen, im Midi versinken und sich etwas gruseln. Denn der rund 7 Kilometer lange Tunnel du Rove spielt eine entscheidende Rolle in diesem Buch. Was zu Beginn der Bauarbeiten im März 1911 niemand wissen konnte: Der Tunnel entwickelte sich schnell zu einem ebenso teuren wie überflüssigen Projekt. Fünfzehn Jahre später waren 2,3 Millionen Kubikmeter Felsen von 1.300 Tonnen Dynamit zertrümmert und durch 470.000 Kubikmeter Beton ersetzt worden. 

Liliane Fontaine und Cay Rademacher

Könnten nicht die Richterin Mathilde de Boncourt und der Kommissar Roger Blanc einmal gemeinsam ermitteln und sich so näherkommen? Das wird aber wohl nicht gehen, denn er hat ja seine schöne Nachbarin Paulette und sie ihren Commandanten Rachid Bourraada. 

Außerdem hat Mathilde de Boncourt im Flamenco-Milieu und dem der Gitanes, Tziganes und Manouches, wie die Zigeuner sich im Midi nennen oder genannt werden, genug zu tun. Ist die junge Flamenco-Tänzerin wirklich u so unschuldig wie sie gerne tut und wie sie (fast) alle Kollegen sehen? Nur der schwule Tänzer sicher nicht, den sie um sein Erbe bringt. Machen sie ein paar Nächte mit dem alten Choreografen und die anschließende Hauptrolle in der großen Bühnenshow schon verdächtig? Auch neue Ermittlungsmethoden, wie eine stimmliche Gegenüberstellung führen nicht weiter.

De Boncourt und Bourraada sind so sehr in ihre Ermittlungen eingetaucht, daß sie dabei am liebsten auch noch die Frage geklärt hätten, wer denn nun van Gogh das Ohr abgeschnitten hat und ob sein Selbstmord vielleicht doch ein Mord war. Aber das machen die Beiden dann vielleicht im nächsten Band der Serie „Die Richterin“.

Mehr über das Amphitheater von Nîmes unter https://www.geo.fr/histoire/les-arenes-de-nimes-ou-le-renouveau-dun-amphitheatre-romain-vieux-de-2000-ans-209141 .

Und wenn die Autoren mal wieder ungewöhnliche Locations für die nächsten Romane brauchen, empfehle ich einen Blick auf die Homepage von Vincent Duseigne, http://tchorski.morkitu.org/14/tunnel-rove.htm auf der sich auch zahlreiche beeindruckende Bilder des Tunnels von Rove befinden. Weitere Informationen auch hier: https://www.chasse-maree.com/le-tunnel-du-rove-oublie-de-lhistoire/